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27.12.2010
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Nicht lernfähig?

Wiederholt Apple die gleichen Fehler wie bei den PCs?

Gestern ging ich mit einem Freund in einen der neuen Telekom-Shops. Wir waren auf der Suche nach einem neuen iPhone 4 für meine Frau. Natürlich war wieder kein Verkäufer verfügbar und es hieß Warten. Das Warten vertrieben wir uns mit der Prüfung der im Shop verfügbaren Handy-Modelle. Natürlich bereitete uns die Vielfalt der Angebote, die unterschiedlichen Preise und die angebotenen Features bald Kopfschmerzen. Es scheint alle erdenklichen Funktionen zu geben und es scheint, dass alle Handy-Hersteller inzwischen das Android-Betriebssystem nutzen.

Buchstäblich alle Formen, Größen und Farben waren in dem Telekom-Shop vertreten. Die Bildschirme sind größer, schärfer und schöner als die viel gerühmten  Geräte von Apple. Egal ob die Geräte von HTC, Motorola, Samsung oder auch Sony Ericsson gefertigt werden, sie alle nutzen für ihre Handy das Android-Handy-System. Es scheint, dass am Ende Am sich die Open-Source-Plattformen doch noch durchsetzen und alle kommerziellen Konkurrenten vom Markt wegfegen werden.

Einige auf Open-Source spezialisierte Unternehmen haben bereits die Milliarden-Dollar-. Grenze überschritten. Es ist egal, ob man Red Hat, Ubuntu oder auch SUSE einsetzt, darunter befindet sich immer noch Linux. Die Apache-Plattform bildet bereits die Grundlage für einen Großteil der Web-Hosting-Plattformen und sogar der Cloud und viele Provider nutzen VMware als Open-Source-Virtualisierungssoftware.

Der Open-Source-Gedanke hat sich im Handy-Bereich in Form der unterschiedlichen Android-Varianten bereits im Telekom-Shop breit gemacht. Ich konnte viele unterschiedliche Android-Handys bestaunen und wusste, dass viele andere im Markt verfügbaren Varianten von der Telekom nicht verkauft werden. Natürlich fand ich auch die drei oder vier verschiedene Modelle des neuen Windows-7-Telefons und endlich entdeckte ich die iPhone-Handys. Ein Blitz durchzuckte mich, ein Deja Vu: Neben den anderen Handys waren an prominenter Stelle im Laden die Apple iPhones ausgestellt. Zwei armselige Modelle: Das neueste iPhone 4 und das ältere iPhone 3GS. Mehr nicht!

Mir kam es vor wie vor 25 Jahren als IBM den PC in den Markt gebracht hat. Damals hat IBM seinen ersten strategischen Fehler gemacht. IBM ließ zwei kleinere und daher wesentlich ambitionierte Unternehmen das Betriebssystem und die CPU für ihren PC herstellen. Heute wissen wir, dass sowohl Microsoft als auch Intel den gesamten Markt unter sich aufteilen. IBM konnte sich damals das Potential der PCs nicht vorstellen und den damals verantwortlichen Managern fehlte jede Vorstellungskraft für die Möglichkeiten die den kleinen Rechner inne wohnten. Mangelnde Visionen legten erst die Samen für Unternehmen wie Compaq und Dell.

Die PC-Welle spülte die IBM-Wettbewerber an die Spitze des Marktes und die Wettbewerber zum PC wurden nahezu aus dem Rechnergeschäft gedrängt. Nie mehr konnte Nicht-PC-Unternehmen mehr als 5 Prozent des Marktes gewinnen. Wer war dieser andere Wettbewerber? Apple Computer. Meine Spaziergang durch den Telekom-Shop zeigte mir die Zukunft des mobilen Marktes klar und deutlich auf, denn die Geschichte scheint sich zu wiederholen. Es wird in Zukunft eine unendliche Vielfalt des Android-System, aber immer nur eine Apple-Lösung geben.

Ist Apple im Mobilbereich zu den gleichen Fehlern verurteilt wie in der vergangenen Rechnerwelt? Damals war die grafische Oberfläche der Apple Computer den PCs und vor allem dem Windows Betriebssystem haushoch überlegen und trotzdem wurde der Kampf um den dominanten Desktop grandios verloren. Die Offenheit von Android wird über wohl sehr schnell über die Apple iPhones hinwegschwappen wie ein Tsunami über eine Insel in der Südsee und alles mit sich reißen. Auf Android basieren inzwischen nicht nur Telefon sondern auch die Tablet-PCs. Zwar sind letztere Lösungen noch nicht preislich wettbewerbsfähig genug, um mit dem iPad konkurrieren zu können. Aber es gehört wenig Vorstellungskraft dazu, vorauszusagen, wie die vielen Hersteller von Tablet-Rechnern den Markt von Apple aushölen und Stück für Stuck die momentane Apple-Dominanz untergraben.

Langfristig wird es für Apple schwer werden mit einer offenen Plattform zu konkurrieren. Fakt ist: Die  Zukunft des Mobile Computing wird nicht mehr einen dominanten Marktführer kenne, sondern nur noch ein offenes System.   (mat)