Consumer-Geräte bestimmen die Agenda der IT
Der Bring Your Own Device (BYOD) Trend wird von vielen IT-Verantwortlichen immer noch als Teufelszeug verdammt. Dieser Trend ist jedoch nicht mehr aufzuhalten und kann durch die richtige Umsetzung der Nutzeranforderungen die Arbeitsplätze in den Unternehmen nachhaltig verändern.
Bis vor kurzem gehörte die IT in den meisten Unternehmen zu den Künsten, die ohne Input von den Nutzern zufrieden und glücklich leben konnten. Man zeigte wenig Verständnis für die Belange der Nutzer und die IT-Leistungen des Unternehmens wurde von den Herren der Server und Anwendungen bestimmt. Dies führte zwangsläufig zur Abkopplung der Nutzer von den IT-Prozessen und zu einem Mangel an Engagement diese zu verbessern. Resultat waren unzufriedene Nutzer, die sich permanent über viel zu kostspielige IT-Programme beschwerten, die den Arbeitsalltag nicht vereinfachten sondern reglementierten.
Der Trend zur Umsetzung der BYOD-Konzepte bricht jetzt die verkrusteten IT-Strukturen auf. Schuld daran sind wieder einmal die Nutzer. Diese verfügen inzwischen ein viel besseres Verständnis von der IT, denn als Consumer müssen sie sich im Privatbereich mit den Tücken des Personal Computings, des Mobilfunks und des Internets permanent auseinander setzen. Sie lassen sich nicht mehr durch eine Tastatur, einen Bildschirm und eine Maus eingeschüchtert und viele Nutzer wollen von sich aus wesentlich enger mit den Technologen im Unternehmen zusammen arbeiten. Dieser Trend dürfte sich noch verstärken, wenn die alte Garde der IT-Empfänger abtritt und durch die Generation der "Digital Natives" ersetzt wird.
Heute verfügen die jungen Mitarbeiter im Unternehmen sehr viel mehr IT-Hintergrundwissen und daher ist es natürlich, dass diese neue Nutzergeneration auch die IT-Agenda am Arbeitsplatz mitbestimmen will. Diese wollen die Fortschritte, die Leistungssteigerungen und die Verbesserungen in Sachen Zuverlässigkeit bei den EDV-Geräten auch nutzen und nicht darauf warten, dass die Zauderer in der IT-Abteilung endlich die notwendigen Enterprise-Anwendungen beschaffen und ausrollen. Sämtliche Mitarbeiter, vom CEO bis zum Hausmeister finden inzwischen Wege mit ihren eigenen Geräten die IT-Lücken im Unternehmen aufzudecken und mit Consumer-Anwendungen selbständig zu schließen.
Noch vor 10 Jahren galt der Laptop am Arbeitsplatz noch als Statussymbol. Inzwischen hat sich der Markt drastisch gewandelt und der moderne Nutzer (auch die Vorstandsetage) verfügt über ein Apple iPad.
Die Mitarbeiter haben einen Weg geöffnet um die für die Consumer entwickelte Hard-und Software in die Unternehmen einzuschleusen und wollen die dadurch gewonnene Flexibilität auch nutzen. Die neuen Social Networking-Anwendungen schaffen neue Plattformen für die Zusammenarbeit unter den Mitarbeitern, die mit den starren IT-Strukturen der Vergangenheit unmöglich zu realisieren war. Die Unternehmen profitieren von dieser Flexibilität und können flexibler auf schnell wechselnden Anforderungen reagieren.
Dieser durch die Mitarbeiter forcierte Übergang zu den Consumer-Technologien zwingt die IT-Abteilungen dazu sich mehr auf die Benutzerfreundlichkeit der bereitgestellten Anwendungen zu konzentrieren. Der Vorteil der neuer Systeme besteht darin, dass die Mitarbeiter die Bedienoberflächen bereits von den Consumer-Geräten und Social Media Anwendungen kennen und mit ihnen vertraut sind. Dadurch entfallen die hohen Kosten für die Ausbildung als Mitarbeiter.
Die IT-Architekturen stehen heute einer größeren Zahl von Menschen zur Verfügung. Die früheren Core-Anwendungen werden inzwischen bis in die Zweigstellen und bis hin zu den mobilen Teams bereitgestellt. Jedoch hat die BYOD-Medaille auch eine Kehrseite. Unternehmen, die bereits solche Consumer-Lösungen umgesetzt haben, mussten sehr schnell erkennen, dass damit nicht die rechtlichen und die logistischen Aspekte des IT-Betriebs außer Kraft gesetzt werden. Die IT-Sicherheit des Unternehmens und der Schutz der Nutzer sowie der Unternehmensdaten muss weiterhin gewährleistet werden. Hierzu sind die Unternehmen gesetzlich verpflichtet. Daher muss in den Unternehmen eine Regelung für die Beschaffung, den Betrieb der Consumer-Geräte und -Software am Arbeitsplatz festlegen und damit den Mitarbeitern Hinweise für dessen regelkonformen Einsatz geben. Diese Probleme sind nicht unüberwindbar. Die Unternehmens-IT muss sich nur stärker als bisher engagieren um die Grundlage für eine flexible und produktive Belegschaft zu legen. (mat)

