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01.01.2016

Einzelunternehmen oder GmbH?

Ein steuerlicher Günstigkeitsvergleich im Lichte der Steuerreform 2015/2016

Thomas Mares

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Thomas Mares

Eine häufig gestellte Frage bei Unternehmensgründungen lautet: "Was ist denn gescheiter? Eine GmbH oder ein Einzelunternehmen? Wo bezahl ich weniger Steuer?"

Einzig richtige Antwort darauf: "Es kommt darauf an ….".

Erstens gibt es keine gescheiten oder blöden Rechtsformen, sondern nur passende und unpassende. Zweitens ist die Wahl der Rechtsform immer von vielen Kriterien abhängig. Da geht es um Haftung, Gewerberecht, Prüfungs- und Publizitätsvorschriften, Sozialversicherung, Mietrecht und und und…  

Und bei welcher Rechtsform wann weniger Steuer zu bezahlen ist, sehen wir uns jetzt an:

Durch die Steuerreform 2015/2016 sinkt die Einkommensteuer in der Regel. Der Eingangssteuersatz sinkt von 36,5 % auf 25 %, der Steuersatz von 50 % greift erst ab einem Einkommen von € 90.000,00 p.a. und nicht schon bei € 60.000,00 p.a. Die Progressionskurve wird flacher. Erst ab einem Jahreseinkommen von € 1.000.000,00 greift der neue Spitzensteuersatz von 55 %.

Bei der GmbH hingegen erhöht sich die Steuer auf Ausschüttungen von 25 % auf 27,5 %. Die Körperschaftsteuer bleibt unverändert bei 25 %. Daraus ergibt sich bei Ausschüttung des gesamten Gewinnes folgendes Bild: von € 100,00 Gewinn kassiert der Staat € 25,00 als Körperschaftsteuer und von den restlichen € 75,00 nochmals 27,5 % Kapitalertragsteuer, das sind € 20,63. Gemeinsam mit der Körperschaftsteuer sind das € 45,63 oder 45,63 %. Schüttet die GmbH die Gewinne nicht aus, beträgt der Steuersatz 25 % an Körperschaftsteuer.

Vergleicht man also die beiden Rechtsformen in steuerlicher Hinsicht, so ist wesentlich, ob der Gewinn ausgeschüttet wird oder im Unternehmen verbleibt. Verbleibt der Gewinn nämlich vollständig im Unternehmen, dann muss man den Einkommensteuertarif unter Ausnutzung des Gewinnfreibetrages mit der 25 %-igen Körperschaftsteuer vergleichen.

Lösung: Bei zu einem Gewinn von € 58.000,00 ist das Einzelunternehmen günstiger, darüber die GmbH. Aber wer will und kann schon das Geld zur Gänze im Unternehmen belassen? Bei Vollausschüttung des Gewinns ist jedenfalls der Einkommensteuertarif mit der Gesamtsteuer der GmbH von 45,63 % zu vergleichen. Und diesen Einkommenssteuersatz erreicht man bei einem Einkommen von € 795.000,00. D.h. bis zu einem Gewinn von knapp € 800.000,00 sind Einzelunternehmen deutlich günstiger. Bei einem Gewinn von € 70.000,00 bezahlt das Einzelunternehmen um € 13.000,00 weniger an Ertragsteuer, bei einem Gewinn von € 150.000,00 sind es sogar € 15.300,00.

Wie sieht die Berechnung aus, wenn nur ein Teil ausgeschüttet wird?

Werden lediglich 30 % des Gewinnes ausgeschüttet, ist die GmbH ab einem Gewinn von € 98.000,00 günstiger. Bei 50 % sind es € 148.000,00, bei 70 % sind es schon € 246.000,00 und bei Vollausschüttung die bereits beschriebenen € 795.000,00.

Zusammenfassend kann aus steuerlicher Sicht gesagt werden, dass durch die Steuerreform die steuerliche Attraktivität der GmbH abnimmt. Der Effekt ist umso größer, je mehr vom Gewinn ausgeschüttet wird *).

 

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*) Weiterführend und als Quellenangabe:
Gewinn-Steuerseminar, Gabriele Hackl, Seite 6, Novosel, taxlex 224/2015, Klinglmair SWK 22/2015
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