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08.04.2016

Herabsetzung von Einkommensteuer- und Körperschaftsteuervorauszahlungen

Einkommensteuerpflichtige Unternehmer und körperschaftsteuerpflichtige Gesellschaften müssen für die voraussichtliche Einkommen- bzw. Körperschaftsteuer während des Jahres Steuervorauszahlungen leisten. Diese sind jeweils in der Mitte des Quartals, also am 15.02., am 15.05., am 16.08. (Feiertag!) und am 15.11. eines jeden Jahres zu bezahlen.

Thomas Mares

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Die Höhe der Vorauszahlung setzt das Finanzamt mittels Bescheid fest. Basis für die Höhe der Steuervorauszahlung ist der jeweils letzte Einkommen- bzw. Körperschaftsteuerbescheid! Die Behörde unterstellt jeweils steigende Ergebnisse. Betrifft der letzte Bescheid das vorangegangene Jahr, so berechnet sich die Steuer wie folgt: Einkommensteuer des vorangegangen Jahres zuzüglich 4 % Erhöhung. Betrifft der Bescheid das zweitvorangegangene Jahr, so beträgt die Erhöhung 9 %.

Beispiel: Im Mai 2016 wird das Jahr 2015 veranlagt. Die Einkommensteuer 2015 beträgt € 10.000,00. Vorauszahlung für 2016 ist dann € 10.400,00, welche an oben angegebenen Terminen jeweils zu einem Viertel zu bezahlen ist.

Wird 2014 im Mai 2016 veranlagt, so ist die Vorauszahlung 2016 € 10.900,00. Wird im Juni 2016 das Jahr 2015 veranlagt, werden die Vorauszahlungen abermals angepasst. Wurde in den Vorquartalen zu viel oder zu wenig bezahlt, wo wird der Betrag zum nächsten Fälligkeitstermin korrigiert. Dieses nennt man Ausgleichsviertel.

 

Einkommen- und Körperschaftsteuervorauszahlungen sind allerdings nicht in Stein gemeißelt. Es gibt zwei Möglichkeiten der Anpassung: Einen Monat ab Zustellung des Vorauszahlungsbescheides kann Beschwerde gegen die Höhe der Vorschreibung erhoben werden. Diese ist natürlich zu begründen.

Bis 30.09. eines jeden Jahres kann die Höhe der Vorauszahlung auch mittels eines formlosen Antrags angepasst werden. Auch dieser Antrag ist zu begründen, in vielen Fällen verlangt die Behörde eine Hochrechnung bzw. Prognoserechnung des laufenden Jahres. Prinzipiell muss auch eine zu erwartende höhere Steuervorauszahlung gemeldet werden (Anpassung nach oben). In der Praxis kommt dies allerdings recht selten vor. Ein Unterlassen dieser Anpassung war bis dato allerdings sanktionslos.

Tipp: Die "neue" Vorauszahlung wirkt erst, wenn es darüber einen Bescheid gibt. Liegt zwischen Antrag und Bescheiderlassung ein Fälligkeitsstichtag, darf nicht einfach der verringerte Betrag bezahlt werden. Der Restbetrag muss gestundet (oder beglichen) werden.

 

Manche Unternehmer meinen, Ihre Liquidität aufbessern zu können, indem sie über mehrere Jahre hinweg, die Vorauszahlungen auf einen Minimumbetrag herabsetzen lassen und dann doch wieder entsprechende Nachzahlungen haben. Der Finanzamtscomputer merkt sich dies und die Finanz revanchiert sich wahrscheinlich mit einer Steuerprüfung. In diesem Fall sind  auch finanzstrafrechtliche Konsequenzen möglich. Sollte es aus Liquiditätsgründen einmal nicht möglich sein, die Vorauszahlungen pünktlich zu bezahlen, so ist unbedingt vor(!) dem Fälligkeitstermin ein Stundungs- oder Ratenansuchen einzubringen. Das Ignorieren des Zahlungstermins ist mit Sicherheit die falsche Lösung.

 

Besonders bei kleinen Unternehmen ist es neben der Einkommensteuervorauszahlung auch die GSVG-Vorauszahlung, die eine hohe Belastung darstellt. Mittlerweile können auch vorläufige Beiträge zur Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft sowohl nach oben als auch unten korrigiert werden. Und im Rahmen einer Steuerplanung kann in diesem Fall eine Anpassung nach oben durch aus Sinn machen. 

 

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