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03.08.2016

Die Gewinnausschüttung der GmbH

Ein Überblick über KESt und GSVG Pflicht

Thomas Mares

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Thomas Mares

Gewinnausschüttungen von GmbHs an Ihre Gesellschafter ziehen eine Menge Rechtsfolgen nach sich. Einige sind seit 2016 neu – einiges galt schon vorher.

Wichtiges daher im Überblick:

Beginnen wir mit dem Neuen:

Ab 2016 wurde die Kapitalertragsteuer für Ausschüttungen von 25 % auf 27,5 % erhöht. Damit erhöht sich die Gesamtsteuerbelastung bei Kapitalgesellschaften von 43,75 % auf 45,63 %.

Gewinnausschüttungen von GmbHs an Gesellschafter-Geschäftsführer unterliegen unter bestimmten Voraussetzungen der GSVG-Pflicht. Klingt komisch – ist aber so! Das ist nicht ganz neu. Bis dato war es allerdings für die Sozialversicherung schwierig, Informationen über Ausschüttungen zu bekommen, da diese ja nicht in der Einkommensteuererklärung aufscheinen. Mit 2016 ändert sich dies insofern, als in der Kapitalertragsteuer-Anmeldung (KA1) ein zusätzlicher Punkt eingeführt wird, der lautet: "Ausschüttungen an GSVG-pflichtige Gesellschafter-Geschäftsführer von GmbH" (sic!). Diese gemeldete Bruttoausschüttung übermittelt das Finanzamt der Sozialversicherung, die die SV Pflicht dem Grund und der Höhe nach feststellt.

Die GSVG-Pflicht trifft natürlich nur jene Gesellschafter-Geschäftsführer, deren Geschäftsführerbezüge (oder andere SV-pflichtige Bezüge) nicht die Höchstbemessungsgrundlage erreichen, und bei denen folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Es handelt sich um einen unternehmensrechtlichen Geschäftsführer (steht im Firmenbuch)

  • Die GmbH ist Kammermitglied (daher nicht bei vermögensverwaltenden Gesellschaften)

  • Das Beteiligungsverhältnis ist größer als 25 %

  • Der Geschäftsführer ist nicht Dienstnehmer der GmbH

Gesellschafter einer GmbH, die nicht gleichzeitig Geschäftsführer sind, unterliegen nicht der GSVG-Pflichtversicherung.

 Was gleich geblieben ist:

Wie gesagt, muss bei einer Ausschüttung an natürliche Personen Kapitalertragsteuer einbehalten und abgeführt werden. Dies gilt nicht, wenn die Gewinnausschüttung steuerlich eine Einlagenrückgewähr darstellt.

Erfolgt die Ausschüttung an eine inländische GmbH ist ebenfalls KESt einzubehalten und abzuführen, allerdings nur 25 %. Bei der empfangenden GmbH ist diese Steuer als KÖSt-Vorauszahlung auf die Körperschaftsteuer anzurechnen. Ist die empfangende Gesellschaft zu mindestens 10 % an der ausschüttenden Gesellschaft mittel- oder unmittelbar beteiligt, kann der KESt-Abzug entfallen.

Bei ausländischen Körperschaften, die in EU-Staaten ansässig sind, muss ebenfalls keine Kapitalertragsteuer einbehalten werden, wenn die EU-Körperschaft an der inländischen GmbH zu mindestens 10 % mittel- oder unmittelbar beteiligt ist und dies in einem ununterbrochenen Zeitraum von einem Jahr. Wenn diese Voraussetzungen allerdings nicht vorliegen, ist ein KESt-Abzug von 25 % vorzunehmen. Ist die empfangende Gesellschaft außerhalb der EU lociert, muss jedenfalls eine KESt in Höhe von 25 % einbehalten werden. Dieser Quellensteuerabzug kann später nach den Vorschriften des jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommens reduziert werden. Auch eine sofortige Reduzierung ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Die Kapitalertragsteuer ist jedenfalls binnen einer Woche nach dem Zufließen an das Finanzamt abzuführen. Als Tag des Zuflusses gilt jener Tag, der im Gewinnausschüttungsbeschluss als solcher vereinbart wurde. Wird kein Tag vereinbart, so gilt der Tag der Beschlussfassung als Tag des Zuflusses.

 

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