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21.09.2016

Sportunfall während einer Fortbildung

Was bezahlt die Unfallversicherung?

Thomas Mares

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Thomas Mares

Diesmal geht es um eine interessante Entscheidung das Arbeitsrecht betreffend. Alle, die vorhaben, die nächsten Mitarbeiterfortbildung im Kletterpark oder beim Canyoning zu verbringen, sollten unbedingt weiterlesen!

Folgendes hat sich zugetragen:

Der angestellte EDV-Berater nimmt an einem, von einem Software-Lieferanten des Arbeitgebers organisierten Seminar (Partnertagung) teil. Für Freitagabend ist nach den Tagesprogrammpunkten ein "Team-Event-Bobfahren" bzw. ein sogenannter "Cup im TaxiBob" geplant. Zu diesem Event sind alle Teilnehmer der Partnertagung eingeladen. Der EDV-Berater nimmt an dieser TaxiBobfahrt teil, nicht zuletzt deshalb, weil ihn sein Chef dazu animiert. In der letzten Kurve gibt es einen gewaltigen Ruck, wodurch der EDV-Berater einen Bruch des 4. Lendenwirbels erleidet.

Die Unfallversicherungsanstalt erkennt den Unfall nicht als Arbeitsunfall an und verwehrt den Zuspruch einer Versehrtenrente!

Arbeitsunfälle sind Unfälle, die sich im örtlichen, zeitlichen und ursächlichen Zusammenhang mit der Beschäftigung ereignen. Für die Qualifikation als Arbeitsunfall ist es erforderlich, dass die Verrichtung des Dienstnehmers zur Zeit des Unfalles der versicherten Tätigkeit zuzurechnen ist. Dazu gehören natürlich auch betriebliche Aus- und Fortbildungen. Ist die Teilnahme verpflichtend, liegt daher eine versicherte Tätigkeit vor.

Für Fortbildungsmaßnahmen außerhalb des Betriebes gilt derselbe Versicherungsschutz wie bei Dienstreisen. Dienstreisen sind Reisen, die unmittelbar im Dienstinteresse unternommen werden. Gibt es auch private Interessen, so ist genau zu prüfen, ob im Zeitpunkt des Unfallgeschehens tatsächlich der ursächliche Zusammenhang, mit der dienstlichen Tätigkeit gewährt ist. Der Versicherungsschutz der Unfallversicherung entfällt jedenfalls dann, wenn der Dienstreisende rein persönlichen, von der dienstlichen Tätigkeit nicht mehr wesentlich beeinflussten Belangen widmet. Darunter fallen etwa ein Saunabesuch oder ein Spaziergang nach Dienstende oder der Besuch der Hotelbar!

Der vorliegende Fall ist wohl in der Mitte angesiedelt. Es bestand keine unmittelbare Verpflichtung, allerdings eine nicht zu vernachlässigende Erwartungshaltung. Das ist allerdings zu wenig um als dienstliche Tätigkeit zu zählen. Im vorliegenden Fall stellt die TaxiBobfahrt, obwohl sie im Seminarprogramm aufschien, eine organisierte Freizeitaktivität dar, die nicht in dem Maße von der Autorität des Dienstgebers getragen wurde, dass sich der Dienstnehmer in allgemein begreiflicher Weise zur Teilnahme verpflichtet fühlen musste. Auch andere Seminarteilnehmer lehnten die Fahrt in einem Taxibob ab. Das Verhalten des EDV-Beraters mag unter Höflichkeitsaspekten verständlich sein, eine Verpflichtung gegenüber dem Arbeitgeber gab es aber nicht. Dem EDV-Berater steht daher keine Versehrtenrente zu.

Vielleicht verbringen Sie ja den nächsten Betriebsausflug nun doch lieber im Kabarett oder beim Heurigen als beim Fallschirmspringen oder beim Eistauchen.

Noch Fragen? Dann rufen Sie mich an oder senden mir eine E-Mail!

  Mag. Thomas Mares
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