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21.11.2016

Familienzeitbonus

Ein Überblick und ein wenig Satire …….

Thomas Mares

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Thomas Mares

Der Familienzeitbonus schafft eine finanzielle Unterstützung für erwerbstätige Väter, die sich direkt nach der Geburt des Kindes intensiv und ausschließlich ihrer Familie widmen. Das ist doch eine sehr gute Sache! In der Umsetzung ist dann allerdings wieder eine österreichische Lösung herausgekommen – doch lesen Sie selbst:

Anspruch auf den Familienzeitbonus haben leibliche Väter, Adoptiv- oder Dauerpflegeväter für ihre neugeborenen Kinder. Als Dauerpflege bezeichnet man übrigens eine Pflege von zumindest 183 Tagen. Vätern gleichgestellt sind gleichgeschlechtliche Adoptiv- oder Dauerpflegemütter, die sich in der Situation eines Adoptiv- oder Dauerpflegevaters befinden.

Bei gleichgeschlechtlichen Vätern hat nur einer der Väter Anspruch auf den Bonus.

Das hört sich alles etwas kompliziert an, ist jedoch durchaus stimmig und begrüßenswert.

Anspruchsberechtigt sind nur Väter, die sich in Familienzeit befinden und die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen. Das sind:

  • Bezug von Familienbeihilfe, Lebensmittelpunkt in Österreich, gemeinsamer Haushalt, sowie Erwerbstätigkeit vor Bezugsbeginn (Erwerbstätigkeiterfordernis). Der Familienbonus kann – auch bei Mehrlingsgeburten – pro Geburt nur einmal in Anspruch genommen werden. Familienbonus und Kinderbetreuungsgeld können auch nicht durch dieselbe Person bezogen werden.

Die Erwerbstätigkeitserfordernis ist erfüllt, wenn in den letzten 182 Tagen unmittelbar vor Bezugsbeginn durchgehend eine in Österreich kranken- und pensionsversicherungspflichtige Tätigkeit ausgeübt wurde. Eine Unterbrechung der Erwerbstätigkeit für maximal 14 Tage ist allerdings unschädlich. Der Bezug von Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosengeld, Notstandshilfe oder Weiterbildungsgeld) vernichtet den Anspruch grundsätzlich (außer es sind maximal 14Tage). Der Ausübung einer Erwerbstätigkeit gleichgestellt sind Zeiten der vorübergehenden Unterbrechung dieser zuvor mindestens 182 Kalendertage andauernden Erwerbstätigkeit zum Zwecke der Kindererziehung während einer Karenz bis maximal zum 2. Geburtstag des Kindes.

Lesen Sie den Satz ruhig ein zweites Mal…

  • Die Familienzeit ist ein Zeitraum zwischen 28 und 31 Tagen; ja wirklich so lange – das ist kein Tippfehler!

Der Vater widmet sich in dieser Zeit ausschließlich der Familie und muss deshalb die Erwerbstätigkeit in diesem Zeitraum komplett einstellen! Das bedeutet, Inanspruchnahme eines Sonderurlaubs (Erholungsurlaub gilt nicht), Abmeldung bei der Sozialversicherung, Ruhendmeldung des Gewerbes, Streichung aus der Rechtsanwaltsliste(sic!). Selbstverständlich ist das alles durch die jeweils zuständige Behörde zu bestätigen.

Weiters muss dieselbe Erwerbstätigkeit nach der Unterbrechung fortgeführt werden. Wird eine Tätigkeit beendet und nach der Familienzeit eine neue Tätigkeit begonnen, so muss der Familienzeitbonus rückbezahlt werden.

This is the law…!

Und jetzt raten Sie mal wie hoch der Familienzeitbonus ausfällt? Es sind € 22,60 pro Tag für -  wie gesagt - maximal 31 Tage. Hoffentlich haben wir keinen eklatanten Mangel an Anwälten, wenn sich alle Rechtsanwälte für € 22,60 pro Tag für einen Monat aus der Anwaltsliste streichen lassen …. ok, ein bisschen Satire!.

Der Bonus gebührt für einen ununterbrochenen Zeitraum der vorher angegeben werden und innerhalb eines Zeitfensters von 91 Tagen ab der Geburt des Kindes liegen muss (Der Tag der Geburt wird übrigens mitgerechnet, egal um wieviel Uhr das Kind zur Welt kommt). Der Bonus kann nicht auf mehrere Blöcke aufgeteilt werden und die einmal gewählte Anspruchsdauer kann nicht verändert werden.

Zum Schluss noch etwas Positives: Die Wahl des konkreten Zeitraumes und Zeitpunktes obliegt dem Vater!

Quelle. Pv Info 9/2016

Noch Fragen? Dann rufen Sie mich an oder senden mir eine E-Mail!

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