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15.02.2017

Amazon und die Umsatzsteuer

Achtung "Falle" bei online Einkäufen durch Unternehmer.

Th. Mares

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Thomas Mares

Der online Handel boomt - auch für Unternehmer wird es immer interessanter Gegenstände für ihr Unternehmen über das Internet zu bestellen. Meist ist bei online Einkäufen der Verkäufer im Ausland ansässig bzw. wird die Ware aus dem EU-Ausland nach Österreich geliefert (zB Amazon etc).

Die online Bestellung geht rasch und unkompliziert – das gewünschte Produkt wird online begutachtet, ab damit in den Warenkorb, kurz darauf hält man das Produkt in Händen. Allzu oft kommt es jedoch entweder bei einer Betriebsprüfung, oder schon bei Erstellung der UVA zum "bösen Erwachen": es kommt zu Nachzahlungen! Grund genug sich mit dem Thema auseinander zu setzen.

Erwerb durch einen Unternehmer ≠ Erwerb durch Privatperson

Erwirbt ein Unternehmer einen Gegenstand für sein Unternehmen von einem anderen Unternehmer und wird die Ware vom EU-Ausland nach Österreich geliefert, so ist der Erwerb grundsätzlich ohne Umsatzsteuerbelastung möglich: der Verkäufer tätigt eine (steuerfreie) innergemeinschaftliche Lieferung im Abgangsstaat der Ware und für den Erwerber liegt ein (steuerpflichtiger) innergemeinschaftlichen Erwerb im Bestimmungsland (Österreich) vor. Der ausländische Verkäufer meldet die ig. Lieferung im Abgangsstaat und der österreichische Erwerber hat den ig. Erwerb in seiner UVA zu anzugeben. Sofern der Erwerber zum Vorsteuerabzug berechtigt ist, kann die Vorsteuer als Erwerbsteuer abgezogen werden. Die Umsatzsteuer ist somit lediglich "Durchläufer" und nicht Kostenfaktor.

Diese Vorgehensweise, bei der die Umsatzsteuer nicht zum Kostenfaktor wird, ist nur bei Angabe der gültigen österreichischen UID des Erwerbers bereits im Bestellvorgang möglich.

Gibt der Erwerber keine UID an – z.B. weil er die Ware über seinen privaten Account im online Shop bestellt hat - so geht der Lieferant automatisch davon aus, dass es sich beim Käufer um eine Privatperson handelt. In diesem Fall kommt innerhalb der EU die Versandhandelsregelung zur Anwendung: diese besagt, dass bei Lieferungen von Gegenständen in andere EU Länder die Umsatzsteuer des Abgangsstaates der Ware in Rechnung zu stellen ist und erst ab Überschreiten einer bestimmten Lieferschwelle die Umsatzsteuer des Bestimmungsstaates. Eine steuerfreie Lieferung ist in diesem Fall nicht möglich. Die Umsatzsteuer ist für den erwerbenden Unternehmer nicht abzugsfähig bzw. erstattungsfähig und wird damit zum Kostenfaktor!

Der im Vorhinein errechnete "Preisvorteil" bei Bestellung übers Internet damit womöglich hinfällig.

Und es kommt noch besser:

Verwendet der Unternehmer die dieserart bestellten Waren für sein Unternehmen, so liegt trotz Bezahlung von Umsatzsteuer an den Lieferanten, ein steuerpflichtiger ig. Erwerb in Österreich vor. Der österreichische Unternehmer hat somit zusätzlich zu der nicht abzugsfähigen Vorsteuer einen innergemeinschaftlichen Erwerb in Österreich zu versteuern. Sollte er nicht vorsteuerabzugsberechtigt sein, ist diese Steuer auch noch zu bezahlen.

Um spätere Diskussionen mit dem Finanzamt zu vermeiden, ist dringend anzuraten, bei online Bestellungen für das Unternehmen, penibel darauf zu achten, die betrieblichen Daten sowie die österreichische UID anzugeben. Bei häufigeren Bestellungen lohnt sich die Anlage eines eigenen Firmen Accounts.

Wird in der Rechnung des Verkäufers trotz Angabe der UID des Erwerbers, dennoch Umsatzsteuer ausgewiesen, so darf die Rechnung nicht akzeptiert werden.

*In Zusammenarbeit mit der Umsatzsteuerexpertin Mag. Christine Bartos

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