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21.03.2017

Kostenlose Werkzeuge, die jedes Netzwerk benötigt

Monitoring Teil 5:

Mit kostenlosen Open-Source-Monitoring-Tools kann ein breiter Bereich von der automatischen Suche nach Geräten bis hin zur Sichtbarmachung von Systemen, Netzwerken und Verkehrsströmen abgedeckt werden.

M. Hein

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Mathias Hein

 Zabbix

Zabbix (zabbix.com) ist ein umfassendes Netzwerk- und System-Monitoring-Tool, das mehrere Funktionen in einer einzigen webbasierten Konsole vereint. Das Werkzeug lässt sich so konfigurieren, dass Daten von einer Vielzahl von Servern und Netzkomponenten überwacht werden können und auf Basis der gesammelten Daten eine Service- und Leistungsüberwachung jedes Objekts ermöglicht wird. Zabbix erhält seine Daten von Agenten, die auf den zu überwachenden Systemen arbeiten. Darüber hinaus arbeitet das Tool auch agentenlos und kann sowohl per SNMP oder anderen Überwachungsmethoden die gewünschten Daten einsammeln. Zabbix unterstützt explizit VMware und andere Virtualisierungs-Hypervisoren und ermittelt detaillierte Daten über die Leistung und Aktivitäten von Hypervisoren. Ein besonderes Scmankerl von Zabbix ist die Überwachung von Java-Anwendungsservern, Webdiensten und Datenbanken.

Netzwerkauslastung


Aktive Rechner lassen sich manuell oder über einen Autodiscovery-Prozess ermitteln. Für die gängigen Anwendungsfälle (Linux, FreeBSD und Windows Server), Dienste (beispielsweise SMTP und HTTP) sowie Geräte, die ICMP- und IPMI nutzen, stehen umfangreiche Standardvorlagen zur ausführlichen Hardware-Überwachung zur Verfügung. Darüber hinaus können benutzerdefinierte Überwachungs- bzw. Abfragefunktionen in Perl, Python oder fast jeder anderen Sprache in Zabbix integriert werden. Zabbix überwacht Server und Netzwerke auf Basis einer umfangreichen Palette von Tools und sorgt über individuell anpassbare Dashboards und Web-UI-Displays dafür, dass die Aufmerksamkeit des Administrators immer auf die kritischen Komponenten gelenkt wird. Benachrichtigungen und die daraus resultierenden Aktionen lassen sich individuell auf einzelne Komponenten bzw. Komponentengruppen anwenden. Die Aktionen können sogar konfiguriert werden, dass Remote-Befehle ausgelöst werden. Dies sorgt für die Ausführung eines Scripts auf einer überwachten Komponente, wenn ein bestimmtes Ereignis festgestellt wurde.

Zabbix kann auch Leistungsdaten (beispielsweise Netzdurchsatz und CPU-Auslastung) graphisch auf unterschiedlichen Bildschirmen darstellen.

Details der Verbindungen


Observium

Bei Observium (observium.org) handelt es sich um einen Netzwerk- und Host-Monitor, der ganze Adressbereiche auf Basis von SNMP-Informationen überwachen kann. Observium ist relativ einfach zu installieren und konfigurieren. Das Programm erfordert die übliche Installationen von Apache, PHP und MySQL usw. und ist so konzipiert, dass das System als eigener Server mit dedizierten URL installiert werden kann. Der Administrator kann sich über eine GUI anmelden und die zur Überwachung vorgesehenen Hosts und Netzwerke hinzufügen. Alternativ können  per Autodiscovery-Funktion ganze Adressbereiche und SNMP-Daten von Observium zur Ermittlung von Systemen (und deren spezifischer Daten) im Netzwerk genutzt werden. Darüber hinaus nutzt Observium über das Cisco Discovery Protocol (CDP) oder das Link Layer Discovery Protocol (LLDP) zur Entdeckung von Netzwerkkomponenten und Host-Agenten.

Startseite

Observium stellt somit die Kombination einer System- und Netzwerküberwachung mit Performance-Funktionen dar. Die gesammelten Daten werden in einer leicht navigierten Benutzeroberfläche präsentiert, die eine Vielzahl von Statistiken, Diagrammen und Grafiken enthält. Diese umfassen beispielsweise Ping- und SNMP-Antwortzeiten, IP-Durchsätze, Paketzähler, etc.. Je nach Gerät werden dessen Daten auch für jeden Port zur Verfügung gestellt. Für Server zeigt Observium folgende Informationen an: CPU-, RAM-, Speicher-, Swap- und Temperaturstatus. Die Darstellung der ermittelten Daten und die Performance-Grafiken können zusätzlich durch die Integration anderer Datenquellen (inklusive Apache, MySQL, BIND, Memcached, Postfix) erweitert werden.

Device-Details


 Do-it-yourself

In vielen Fällen bewegen sich IT-Administratoren in sehr engen Grenzen. Bei vielen proprietären Anwendung oder einem "nicht unterstützten" Stück Hardware gehen viele Administratoren davon aus, dass diese Komponenten nicht in ein Monitoring-Tool integriert werden kann. Diese Sichtweise ist völlig verkehrt. Mit ein wenig Phantasie und viel Fleiß kann fast alles überwacht, katalogisiert und sichtbarer gemacht werden. Ein Beispiel könnte eine benutzerdefinierte Anwendung mit einem Datenbank-Backend sein, wie diese bei einem Web-Shop oder einer internen Finanzanwendung immer wieder vorkommen. Das Management möchte bunte Diagramme sehen, die die Nutzungsdaten in irgendeiner Form darstellen. Nutzt man Cacti, dann verfügt man über mehrere Möglichkeiten, die Daten aufzubereiten. Mit einfachen Perl- oder PHP-Skripts lassen sich die Daten aus der Datenbank abfragen und über Cacti darstellen. Alternativ lassen sich die Daten per SNMP (bzw. den privaten MIBs) aus dem Datenbankserver auslesen.

Da heute die meisten Systeme das Simple Network Management Protocol (SNMP) unterstützen, sollten unbekannte bzw. vom Monitoring nicht unterstützte Hardware-Lösungen kein größeres Problem darstellen. So lange ein System mit dem SNMP-Protokoll kommunizieren kann, so lange wird man irgendwo im Internet eine Management Information Base (MIB) für die betreffende Komponente finden, die die Abfrage der Daten ermöglicht. Sobald man die MIB abfragen kann, können diese Daten individuell an die jeweiligen Erfordernisse angepasst werden.   +