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18.03.2017

Kostenlose Werkzeuge, die jedes Netzwerk benötigt

Monitoring Teil 4:

Mit kostenlosen Open-Source-Monitoring-Tools kann ein breiter Bereich von der automatischen Suche nach Geräten bis hin zur Sichtbarmachung von Systemen, Netzwerken und Verkehrsströmen abgedeckt werden.

M. Hein

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Mathias Hein

Icinga

Icinga (Icinga.com) ist eine von einer Gruppe von Nagios-Entwicklern geründete Nagios-Fork. Diese zeichnet sich durch eine modernere Weboberfläche aus, zusätzliche Datenbankkonnektoren (Beispielsweise für MySQL und PostgreSQL) und einen dynamischeren Entwicklungsprozess als Nagios, sodass Patches schneller angewendet werden und mehr Rücksicht auf die Community genommen wird. Icinga wurde vor kurzem als Icinga 2 weiterentwickelt. Beide Versionen werden aktiv weiterentwickelt. Icinga 1.x ist rückwärtskompatibel mit Nagios Plug-Ins. Icinga 2 ist wesentlich

Incident Dashboard © Quelle: Icinga.com

In Icinga wurden mehrere Web-UIs integriert und ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber Nagios besteht in der Konfiguration des Systems, denn diese erfolgt über die Web-Benutzeroberfläche und nicht über Konfigurationsdateien.

Für Icinga stehen eine Vielzahl von Grafik- und Monitoring-Pakete (beispielsweise n PNP4Nagios, InGraph und Graphite) zur Performance-Visualisierung zur Verfügung.

Activity Report, © Quelle: Icinga.com

Network Discovery (NeDi)

Wer jemals auf konventionelle Weise (Telnet, MAC-Adressen Lookups, etc.) mühsam und zeitaufwändig nach einem Gerät im Netzwerk gesucht hat, der kennt den Wert des Network Discovery Werkzeugs. NeDi untersucht regelmäßig die MAC-Adresse und die ARP-Tabellen in den Netzwerk-Switches und katalogisiert jedes Gerät. NeDi ist zwar nicht so bekannt wie ähnliche Projekte, aber es ist ein praktisches Werkzeug in Firmennetzwerken, in denen sich die Geräte ständig bewegen. Über das NeDi Web GUI können Recherchen durchgeführt werden und beispielsweise einen Switch, einen Switch Port oder im WLAN-Netz einen bestimmten Access Point auf Basis seiner MAC-Adresse, seiner IP-Adresse oder seines DNS-Namen suchen. NeDi sammelt so viele Informationen (beispielsweise Seriennummer, Firmware- und Softwareversionen, Modulkonfigurationen, usw.) wie möglich von jeder Netzkomponente. Per NeDi können auch MAC-Adressen von fehlenden oder gestohlenen Geräten markieren. Sobald diese wieder im Netzwerk auftauchen, teilt NeDi dem Administrator dessen Standort mit.

Device Report, © Quelle: sectornord.de

NeDi überprüft kontinuierlich die Netzwerkinfrastrukturen und katalogisiert alle entdeckten Geräte. Die Entdeckung der Komponenten im Netz erfolgt vom cron-Prozess gesteuert in festgelegten Intervallen. Die Konfiguration von NeDi ist einfach. Auf Basis einer einzigen Konfigurationsdatei werden alle Anpassungen vorgenommen. Man kann auch herausfinden, ob Geräte bzw. Netzwerke durch unentdeckbare Grenzen getrennt sind (wie im Falle eines MPLS-Netzwerks passieren kann).

NeDi verfügt auch über verschiedene Möglichkeiten, ein Gerät nach dem nächsten Nachbarn zu fragen. So wird beispielsweise in Routing-Tabellen nach bekannten Next Hops gesucht. Netzkomponenten von Cisco erkennen sich gegenseitig über das Cisco Discovery Protocol (CDP). Alternativ nutzt NeDi auch das von mehreren Herstellern unterstützte Local Link Discovery Protocol (LLDP).

Knotenstatus, © Quelle: sectornord.de +