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26.04.2017

Steuerbefreiung für Aushilfskräfte

Mit dem EU-Abgabengesetz 2016 wurde eine neue Steuerausnahme für Aushilfskräfte ab 01.01.2017 beschlossen, die vorerst bis 31.12.2019 befristet ist.

Th. Mares

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Thomas Mares

In diesem Zeitraum dürfen Unternehmer "zu Stoßzeiten" geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer anstellen, deren Entlohnung unter ganz bestimmten Voraussetzungen steuerfrei bleibt. Die Befreiung gilt auch für die Kommunalsteuer (KommSt), den Dienstgeberbeitrag (DB) und den Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag (DZ). Vom Dienstgeber ist ein Lohnzettel an das Finanzamt zu übermitteln, wobei eine eigene Kennziffer für Aushilfen geschaffen wird.

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:

  • Es muss sich um ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis handeln. (Geringfügigkeitsgrenze 2017; € 425,70/Monat).
  • Die Aushilfskraft befindet sich bereits in einer vollversicherten Haupttätigkeit, entweder in selbständiger oder unselbständiger Tätigkeit.
  • Die Aushilfskraft steht nicht schon in seinem Dienstverhältnis zum Auftraggeber.
  • Die Beschäftigung der Aushilfskraft dient ausschließlich dazu, einen zeitlich begrenzten, zusätzlichen Arbeitsanfall zu decken, der den regulären Betriebslauf überschreitet, oder den kurzfristigen Ausfall einer Arbeitskraft zu ersetzen (der reguläre Betrieb muss gefährdet sein). Der Begriff Arbeitskraft ist jedenfalls keine Frage der Qualifikation, auch hochqualifizierte IT-Spezialisten können nach Maßgabe dieser Regelung als steuerfreie Aushilfen gelten.
  • Der Arbeitnehmer darf die begünstigte Tätigkeit maximal 18 Tage im Kalenderjahr ausüben.
  • Der Arbeitgeber beschäftigt nicht an mehr als 18 Tagen im Kalenderjahr Aushilfskräfte. An diesen 18 Tagen ist es allerdings unerheblich, wie viele Aushilfskräfte er beschäftigt. Für die Durchführung eines Events können es also durchaus auch 200 Aushilfen sein, die allesamt begünstigt sind.

Sind eine oder mehrere Voraussetzungen nicht erfüllt, steht die Begünstigung von Beginn an nicht zu. Bei Überschreitung der 18 Tage Grenze gilt, dass die Begünstigung ab Beginn jener Aushilfstätigkeitskraft versagt wird, bei der die Grenze überschritten wird.

Wird ein Arbeitnehmer in einem Kalenderjahr bei zwei oder mehr Arbeitgebern beschäftigt, so muss er den Arbeitgeber über die bisherigen Tage der begünstigten Aushilfstätigkeit in diesem Jahr informieren.

Sobald die 18 Tage Grenze überschritten wird, steht die Begünstigung nicht mehr zu und zwar ab Beginn dieses Dienstverhältnisses.

Die Steuerfreiheit der davorliegenden Dienstverhältnisse bleibt bestehen.

Was passiert, wenn der Dienstnehmer seiner Informationspflicht nicht nachkommt und der Auftraggeber der Aushilfskraft gar nicht wissen konnte, dass die 18 Tagefrist überschritten ist oder wird?

  • In diesem Fall bleibt die Begünstigung für den Dienstgeber vorhanden, während der Dienstnehmer seine Begünstigung verliert und zwar ab Beginn dieses Beschäftigungs-verhältnisses. Die Beträge werden dann im Rahmen der Pflichtveranlagung nachversteuert.

Auch wenn die Regelung einigermaßen komplex ist, so ist die Begünstigung in manchen Fällen sicher eine gute Sache. Wer sich mit weniger vernünftigen Gesetzesänderungen auseinandersetzten möchte, der beschäftige sich mit der Neuregelung zu geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen und deren Konsequenzen.

 

Noch Fragen? Dann senden Sie mir doch eine E-Mail oder rufen Sie mich an.

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