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20.08.2017

Anlagenmanagement der ÖBB- Infrastruktur

Gleise, Weichen, Brücken und Tunnel – das sind nur vier der annähernd 100 Komponententypen, die die ÖBB-Infrastruktur AG (ÖBB-INFRA) zu betreiben hat. Um dieser Herausforderung gewachsen zu sein, greift die ÖBB-INFRA nun auf das Anlagenverzeichnissystem (AVS) von Atos, einem der führenden IT- Dienstleister und Anbieter digitaler Services, zurück und schafft damit die Grundlage für ein strategisches Anlagenmanagement.

Mathias Hein

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Im Besitz der ÖBB-INFRA sind u.a. 4.826 km Streckennetz (Betriebslänge), 13.677 Weichen, fünf Betriebsführungszentralen, 1.069 Bahnhöfe und Haltestellen, 6.344 Brücken. Die Verwaltung aller betriebenen Anlagen und dazugehörigen Komponenten ist von einer historisch gewachsenen IT-Struktur geprägt. So wurde die Datenerfassung und -wartung verschiedener Stellen über unterschiedliche Systeme abgewickelt. Um diese Prozesse zu vereinheitlichen und auch langfristig eine hohe Datenqualität sicherzustellen, beauftragte der Infrastrukturbetreiber im Februar vorletzten Jahres Atos mit der Optimierung des hausinternen Anlagenmanagements. Es galt, ein zukunftsweisendes System zu errichten, das mit den Bestandssystemen harmonisiert und künftigen Erweiterungen gewachsen ist. Daten können damit unkompliziert verarbeitet und zentral verwaltet werden, wodurch ein effektives Lifecycle- Management aller Anlagen gewährleistet wird.

"Benutzerfreundliche und integrierbare Lösungen im Bereich des Anlagenmanagements sind für Betriebe in dieser Größe unverzichtbar. Gemeinsam mit der ÖBB-INFRA konnten wir einen Ansatz entwickeln, der die Datenqualität und Datensicherung im Anlagenmanagement verbessert und die Umsetzung einer Data Governance ermöglicht", erklärt Johann Martin Schachner, Country Manager Atos Österreich.

Durch die Verknüpfung technischer, kaufmännischer, juristischer, betrieblicher und geografischer Datenbanken können sämtliche Anlagendaten in ein System integriert werden. Zur besseren Übersicht wurde das AVS-System in den technisch- organisatorischen, den wirtschaftlichen und den rechtlichen Bereich gegliedert. So können nun beispielsweise Informationen zur Wartungsorganisation, zu Vermögenswerten und über den Lebenszyklus von Anlagen aus einer Datenbasis abgefragt werden.

"Datenmanagement und Data Governance betreffen nahezu alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ÖBB-INFRA. Zur Erhaltung und Verbesserung des Bestandsnetzes ist ein übersichtliches Asset Management unerlässlich. Atos hat es nicht nur geschafft, das AVS-Projekt zeit- und kostengerecht umzusetzen, in puncto Qualität wurden unsere Erwartungen sogar übertroffen", freut sich Prok. Ing. Werner Baltram, Leiter Asset Management und Strategische Planung der ÖBB-Infrastruktur AG.

Komplexe Technik im Hintergrund

Die Verwaltung der Anlagenobjekte und der Strukturen wird durch das Informations- und Managementsystem INFRALIFE® der 3Binfra GmbH abgedeckt. Alle Belange der datentechnischen Integration / Synchronisation und der zentralisierten Data Governance werden mithilfe der Software-Lösung MUM® von Netconomy GmbH abgebildet. FCP GmbH hat mit fundiertem, jahrzehntelangem Know-how und tiefgreifender Prozess-Kenntnis im Bereich der Eisenbahninfrastruktur maßgeblich zum Erfolg des Projekts beigetragen.

Sämtliche Anforderungen der ÖBB-INFRA an AVS konnten durch Konfigurationen der beiden Standardprodukte erzielt werden. Diese äußerst ressourcenschonende Vorgehensweise legte auch schon den Grundstein für das nächste gemeinsame Vorhaben: die Implementierung des Programmes ADM, ein Anlagendatenmanagement-Tool, mit dem in den nächsten Jahren die Integration von annähernd 100 Anlagenkomponenten, wie beispielsweise Sicherungsanlagen, durchgeführt wird. +