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23.08.2017

Cloud, On-Premise oder as-a-Service

Die Entscheidung, ob und wie man das Cloud Computing richtig nutzt, ist komplex und kompliziert. Die Marktübersicht geht auch dadurch verloren, dass immer mehr Anbieter am Markt auftreten. Durch die Hybrid- und Multicloud-Ansätze verschwimmen auch die Grenzen zwischen den Cloud- und On-Premise-Lösungen und machen eine Entscheidung dadurch noch komplizierter.

Mathias Hein

Welche IT-Architektur eignet sich am besten für mein Unternehmen? Ist es eine On-Premise-, eine Cloud-, eine Hybrid- oder eine Multicloud-Lösung? Wie bewertet man die einzelnen Lösungsansätze? Sind diese überhaupt miteinander vergleichbar? Nachfolgend wird versucht einige Entscheidungshilfen zu geben.

Für eine On-Premises-Architektur spricht:

Sicherheit ist ein wichtiges aber auch ein sehr emotionales Thema. Sicherheitsüberlegungen spielen in den Unternehmen eine immer größere Bedeutung, aber einige Aspekte der Sicherheit sind nur schwer verträglich mit den gängigen Cloud-Konzepten. In einigen Unternehmen zählen noch immer die blinkenden LEDs auf der Hardware und der Besitz von Komponenten mehr als die tatsächliche Sicherheit. Natürlich müssen auch die jeweilig gültigen Datenschutz und Compliance-Richtlinien für das jeweilige Unternehmen beachtet werden. Über die ISO 270xx- und die PCI-Compliance hinaus müssen in bestimmten Marktsegmenten die genutzten IT-Architekturen jederzeit dafür sorgen, dass die sowohl eine durchgehende physische und eine virtuelle Kontrolle über Daten besteht. Dies ist mit einer On-Premises-Architektur oftmals leichter zu erreichen. Oftmals lassen sich auch ältere Anwendungen nur an einem Ort betreiben und sind für die Cloud völlig ungeeignet. Auch schließen manchmal die Lizenzbeschränkungen oder proprietäre Abhängigkeiten eine Cloud-Nutzung aus.

Für eine Cloud-Architektur spricht:

Wenn ein erhebliches Anwachsen der Anforderungen oder noch schlimmer ein ungewisses Wachstum zu bewältigen ist. Die Bereitstellung von Services aus der Cloud bietet eine größere Dynamik und die Services lassen sich besser skalieren. Die Variabilität der modernen Unternehmen verlangt nach einer nie gekannten Flexibilität. Wird an den Standorten des Unternehmens ein Cloud-Rollout geplant oder erfordert eine Abteilung die sofortige Erhöhung der vorhandenen IT-Ressourcen, dann sollte sich die IT-Teams mit einer Cloud-Architektur beschäftigen. Dies gilt insbesondere, wenn das Unternehmen selbst ein hochflexibles Software-as-a-Service-Angebot auf den Markt bringt.

Da die verantwortlichen Abteilungen einen immer schnellen Rollout der Anwendungen erfordert und die bestehende Software immer schneller an die spezifischen Anforderungen angepasst wird, muss das System und die zugehörigen Support-Abteilungen mit kontinuierlichen Iteration leben. In der Praxis heißt das, dass große Korrekturen oftmals schneller als geplant umgesetzt werden müssen. Cloud-Architekturen lassen sich weitaus flexibler an die Anforderungen anpassen und ermöglichen den IT-Organisationen nach Belieben zu verwandeln und eine Sicherheitsmaßnahme zu schaffen.

Es ist Zeit für radikale Veränderung. Neben den gut publizierten Kosten- und Agilitätsvorteilen der Cloud hat der Wechsel von der Vor-Ort-zu-Cloud-Infrastrukturen weitreichende Auswirkungen auf Netzwerke, Bandbreite, Immobilien und vieles mehr. Die Agilität und die Breite der On-Demand-Dienste der Cloud ermöglichen es den Teams, mit weniger Aufwand und über einen kürzeren Zeitraum mehr Veränderungen vorzunehmen.

Für eine as-a-Service-Option spricht:

Ende 2016 haben die Analysten von IDC bereits vorausgesagt, dass 80 Prozent der IT-Dienstleistungsangebote zukünftig aus der Cloud bezogen werden können. Die IDC-Prognose dokumentiert damit eine grundlegende Verschiebung der Lieferwege für die Unternehmens-IT. Der Erfolg der Amazon Web Services (AWS) - von 0 Dollar Umsatz im Jahr 2006 auf fast 8 Milliarden Dollar Umsatz zehn Jahre später – spricht für den richtigen Weg. Die Amazon Web Services sind aktuell die dominierende Kraft im Bereich der Cloud-Provider und weisen einen drei Mal so großen Marktanteil auf, wie der nächstgrößere Konkurrent. Die Industrie-Analysten sind sich einig, dass die IT-Ressourcen in den Unternehmen zukünftig nicht weiter erhöht werden. Aus diesem Grund suchen die Unternehmen nach externen Anbietern, die den Betrieb, die Wartung und die Upgrades mit übernehmen. In den meisten Fällen lassen sich die externen Dienste zudem auch einfacher und schneller skalieren. Dies befreit die internen IT-Teams in den Unternehmen von unnötigen Tätigkeiten und die eigene Mannschaft kann sich wieder auf die eigenen Kernkompetenzen konzentrieren, die Geschäfte beschleunigen und es wird darüber hinaus auch vermieden, dass Zeit und Energie in falsche ,Ausrüstungen gesteckt werden. Durch die von dem As-a-Service-Provider garantierten Leistungen kann die interne IT extrem schnell auf geänderte geschäftliche Anforderungen reagieren. Es müssen nicht mehr langfristig die Budgets beschafft, die freigegeben und schließlich implementiert werden. Die zukünftige Nachfrage nach bestimmten IT-Leistungen bleibt auch weiterhin ungewiss. Nehmen wir beispielsweise die Datenspeicherung. Die meisten Unternehmen können heute noch nicht genau vorhersagen, wie ihre Speicheranforderungen in 3 bis 5 Jahren aussehen werden. Die meisten IT-Abteilungen sind bereits glücklich, wenn deren Prognosen über ein Jahr von Bestand sind. Da bei den as-a-Service-Angeboten die eigentliche Hard- und Software nicht mehr beschafft werden muss, kann das interne IT-Team die im Markt angebotenen Lösungen ausführlich testen und sich auf Auswahl der richtigen Lösung konzentrieren. Die As-a-Service-Angebote haben auch Vorteile für die Hard/Softwareanbieter und die Dienstleister. Diese sind besser in der Lage, die Kosten und die Margen zu kontrollieren, denn die bereitgestellte Infrastruktur lässt sich dynamisch an die Kundenanforderungen anpassen. +