Computerpartner

  
Sie befinden sich hier: HOMENachrichtenServiceSteuermann
12.06.2017

Eventmarketing - Betriebsausgabe oder Privatvergnügen?

Laut Eventlexikon versteht man unter Eventmarketing eine zielorientierte und systematische Planung, konzeptionelle und organisatorische Vorbereitung, Realisierung sowie Nachbereitung von erlebnisorientierten Veranstaltungen. Diese Events finden im Rahmen der Kommunikationspolitik von Unternehmen statt.

Thomas Mares

Zur Vergrößerung anklicken

Thomas Mares

Oft haben diese Events einen starken Bezug zu Sport, Action oder Kunst und keinen Bezug zum eigentlichen Unternehmensgegenstand. Sofort ist da natürlich die Finanz zur Stelle und ortet private Veranlassung oder Repräsentationsausgaben, die nicht steuerlich geltend gemacht werden können. Es ist daher zu klären, unter welchen Umständen Events steuerlich geltend gemacht werden können und welche Fehler es zu vermeiden gilt.

Die Einkommensteuerrichtlinien führen dazu aus:

"Aufwendungen, die im Zusammenhang mit Events anfallen, sind abzugsfähig, wenn der Anlass der Veranstaltung dem Betriebsgeschehen zuzuordnen ist und Eventmarketing im Rahmen eines Marketingkonzeptes vom Unternehmen dazu eingesetzt wird, das Marktteilnehmerinteresse auf das Unternehmen zu lenken und dem Adressaten firmen- und produktbezogene Kommunikationsinhalte erlebnisorientiert zu vermitteln!" Das klingt ja sehr anschaulich, die Problematik liegt jedoch eine Stufe tiefer.

  • Wann ist dem Event dem Betriebsgeschehen zuzuordnen? Wie ist nachzuweisen, dass der Event das Marktteilnehmerinteresse auf das Unternehmen lenkt? Was deutet darauf hin, dass es sich um eine private Veranstaltung handelt?

Im November 2016 hat der VWGH eine interessante Entscheidung getroffen, aus der hervorgeht, wie Fehler in diesem Bereich vermeidbar sind.

  • Es muss sich um eine Veranstaltung handeln, die für Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten durchgeführt wird. Die Veranstaltung darf in keinem Zusammenhang mit einer privaten Veranlassung stehen, z.B. Geburtstagsfeier.

  • Der Event muss Teil eines professionellen Marketingkonzeptes sein. "Die Teilnahme an ergebnisorientierten Veranstaltungen haben sich als wirksame Methode herauskristallisiert um wichtige Zielgruppen effektiv zu erreichen". Aber eben nur wenn sie Teil eines Gesamtkonzeptes sind, welches von einer Agentur oder Marketingabteilung erarbeitet wurde. Es muss während der Veranstaltung zu Werbemaßnahmen kommen. Darunter versteht die Judikatur Produkt- bzw. Leistungsinformationen wie Werbematerialien, Darbietungen der eigenen Produktpalette etc. Der gesamte Event muss mit einer entsprechenden Professionalität durchgeführt werden. Auch hierzu ist es sinnvoll, sich entsprechender Experten oder einer Agentur zu bedienten. Vorweginformationen wie Produktmappen und Nachbereitungen wie anschließende Verkaufsgespräche sprechen für die Klassifizierung als Betriebsausgabe.

  • Hilfreich kann weiters sein, Event und Produktinformationen in lokalen Medien, auf der Homepage etc. zu veröffentlichen.

Dass eine solche Veranstaltung in ein festliches Rahmenprogramm eingebettet ist, steht dem Werbecharakter nicht entgegen. Genauso wenig ist es schädlich, wenn nur ein Teil der Kunden, Mitarbeiter oder Lieferanten teilnimmt. Zu guter Letzt gilt wie immer bei Betriebsausgaben: Die entsprechende Dokumentation um die angeführten Punkte im Nachhinein glaubhaft machen zu können, ist am Wichtigsten. Gerade in einem Bereich, wo die Rechtslage eindeutig ist, der Sachverhalt allerdings geklärt werden muss, ist die Dokumentation oft entscheidend.

Noch Fragen? Dann rufen Sie mich an oder senden mir eine E-Mail!

  Mag. Thomas Mares
e-mail: mares@wth.at
Tel: +43 (01) 330 75 46

A-1200 Wien,  Dresdner Straße 87/A21
Tel.: +43 (01) 330 75 46
Fax: +43 (01) 330 75 46 - 25
e-mail: office@wth.at
HG Wien | FN: 129687t
UID: ATU38701703

Besuchen SIE uns auch auf unserer Website: www.wth.at +