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06.07.2017

Predictive Analytics

– oder wie man bei der Finanz auf den Radarschirm kommt.

Th. Mares

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Thomas MAres

Die Zukunft mithilfe von mathematischen Methoden präzise voraussagen – diese kühne Ambition scheint mit Predictive Analytics in greifbare Nähe gerückt zu sein. Die statistisch mathematische Methode hat im Jahr 2016 nunmehr auch bei der Finanzverwaltung Einzug gehalten. Sehr verlockend ist der Gedanke schon, bei Betriebsprüfung schon im Vorfeld feststellen zu können, zu welchem Ergebnis sie führen wird.

Funktionieren soll das Ganze folgendermaßen: Durch die Analyse bereits vorhandener Daten aus Steuererklärungen und Betriebsprüfungen sowie aus bekannten Betrugsfällen soll über Mustererkennung auf ähnlich gelagerte Fälle geschlossen werden. Dies soll bei geringem Einsatz zu höheren Ergebnissen führen. Die EDV-Programme, die die Finanz einsetzt, sollen eine mathematische Wahrscheinlichkeit berechnen, ob ein Prüfungsfall eine Nachforderung von mehr als € 10.000,00 ergibt.

Die Finanzverwaltung führt dazu selbst aus: "[Es] soll eine risikoorientierte Einsatzlenkung ausgehend von einer nach neuesten wissenschaftlichen Methoden durchgeführten Risikobeurteilung der Abgabenprozesse und damit verbundener Vorhersagen der erforderlichen Kontroll- und Prüfungsmaßnahmen verantworten und durch ganzheitliche Evaluierung der Ergebnisse dieser Maßnahmen auch zu deren Optimierung beitragen. Mit mathematisch-statistischen Analysenmethoden soll die Trefferquote bei der Fallauswahl in der Betrugsbekämpfung in den nächsten Jahren erhöht werden".

 Aha…!

Je nachdem um welche Abgabe es sich handelt, werden unterschiedliche Algorithmen zugrunde gelegt. Algorithmen wurden aber auch für bestimmte Branchen entwickelt um branchenspezifische Besonderheiten besser berücksichtigen zu können. Ergibt die Datenanalyse durch Predictive Analytics einen Risikofall, wird dieser nachfolgend geprüft und der Prüfer oder die Prüferin erhält folgende Informationen:

  • Welche Jahre sind Risikojahre?

  • Welche Prüfungsschwerpunkte sind zu setzen?

  • Welche Kennzahlen waren auffällig?

Selbstverständlich ist es sinnvoll und zu begrüßen, wenn Risikofälle punktgenau aufgespürt werden können und der Fokus genau auf diese Fälle gelegt werden kann. Schwarze Schafe werden so eher erwischt und die redlichen Schafe können in Ruhe arbeiten. Gespräche mit Prüfern und die tatsächliche Fallauswahl geben zur Zeit allerdings noch ein anderes Bild. Zweifel hinsichtlich der Genauigkeit der Treffer und ob der hohen Komplexität des Systems sind durchaus angebracht. Unterschiedliche Unternehmensstrukturen und unternehmerische Vorgangsweisen werden vom System nicht in die Berechnungen einbezogen, was zu oft sinnloser Prüfungsauswahl führt. Aussagen von Prüfern manifestieren das. "Keine Ahnung, warum und was ich da prüfen soll."

Harren wir also der Entwicklung dieser Methode. Eigentlich ist es klar, dass die Big Data Analyse auch vor der Finanz nicht Halt macht.

Steuerpflichtige, die mit der Materie ein wenig vertraut sind, können zwar solche Prüfungen nicht verhindern und diesen auch nicht vorbeugen, allerdings können sie im Fall einer Prüfung durch ebenso punktgenaue Vorlage von Unterlagen und Informationen Prüfungen optimieren und beschleunigen. Sprechen Sie daher mit Ihrem Steuerberater über dieses Thema.

Noch Fragen? Dann rufen Sie mich an oder senden mir eine E-Mail!

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