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15.10.2017

Sprachtechnologie und Anwendungen: Das gleiche Ding, nur ein anderer Trick.

Die Verknüpfung von Sprache mit anderen Technologien und die Verknüpfung verschiedener Anwendungen hat die Tür zu weiteren Innovationen geöffnet.

Mathias Hein

Bei der Etikettierung von "digitalen Transformationstechnologien" für die  Unternehmen tendiert die Technologiewelt oft nur die isolierten Angebote, wie beispielsweise die prädiktive Analytik, Big Data oder das Internet der Dinge, zu betrachten. Diese Themen gehören unbestreitbar zu den faszinierenden Technologien und haben sicher weitreichende Implikationen für die Zukunft, aber die Innovationen, die den größten Einfluss auf die Nutzer ausüben, sind die, die bereits heute unserem Leben vernetzen.

In manchen Fällen könnte eine Transformation bereits dadurch geschehen, dass man eine traditionelle Technik aus einem neuen Blickwinkel betrachtet. Neue Wege der Integration von Sprache in bereits vorhandenen Anwendungen führen beispielsweise in der Geschäftswelt dazu, dass zwischen den Nutzern die Informationen konstant fließen und die Menschen nahtlos miteinander interagieren bzw. direkt mit Maschinen zusammenarbeiten können.

Obwohl SMS und andere Messaging-Dienste zum Standardwerkzeugen vieler Nutzer auf der ganzen Welt gehören, erweitert sich gleichzeitig der Einsatzbereich von Sprachanwendungen. Beide Kommunikationsarten schließen sich nicht gegenseitig aus. Die Verknüpfung von Sprache mit anderen Technologien und die Integration von Sprache in verschiedene Anwendungen öffnet die Tür für weitere Innovationen.

Die Sprachkommunikation wird auch weiterhin den Messaging-Bereich dominieren und neue immer wieder durch neue Funktionen verbessert werden. Das Telefonsystem wird weiterhin der integrale Bestandteil der Geschäftskommunikation bleiben. Die Telefonie bleibt jedoch nicht stehen und entwickelt für eine globalisierte Wirtschaft ständig neue Funktionen, die Anwendungsprozesse optimieren. Der Sprachservice, der einmal als die einzige Funktion der Telefonanlagen war, hat sich inzwischen stark verändert. Die Integration der Sprache in andere Kommunikationsarten schafft neue Möglichkeiten für Unternehmenskommunikation. Die gern genutzte Chat-Anwendung, die die meisten Menschen als eine rein textbasierte Aktivität nutzen, kann schneller und einfacher sein, wenn diese über die Sprache genutzt wird. Die Sprache kann auch die Arbeit mit künstlicher Intelligenz (KI) und dem kognitiven Computing schneller und weniger aufwändig machen, so dass die Nutzer nicht immer ihre Zeit vor Bildschirmen verbringen, sondern an jedem Ort mit den Maschinen interagieren können. 

Sprache öffnet die Tür zu Innovationen

Die Sprachtechnologie ist seit Jahrzehnten ein wichtiger Teil der Geschäftswelt. Die Klassischen Anrufe sind ein wesentlicher Bestandteil der professionellen Interaktion und bilden die Basis der meisten Geschäftsbeziehungen. Die Software zur Geschäfts- bzw. zur Vertriebssteuerung hat sich zunehmend in die Cloud verschoben und als Ergebnis entstanden in diese Anwendungen eingebettete Sprachdienste.

Moderne Voice-APIs erlauben nicht nur die Integration der Sprache in SaaS-Anwendungen, sondern haben neue Wege in der Anwendungsentwicklung angestoßen. Die Zusammenführung von Sprachdiensten mit neuen Chat- und KI- Anwendungen und Diensten erweitert die Kommunikationsmöglichkeiten der Unternehmen. Dadurch wird die Kundeninteraktion verbessert, die eingehenden Sprachströme automatisch analysiert und anschließend personalisierte Sprachnachrichten verschickt. Auch arbeitet die Kommunikationsindustrie daran, den Alltag in den Unternehmen durch sprachunterstützte KI-Anwendungen zu beschleunigen.

Die Sprache ist die Basis für jeden Chat

Für die Sprachkommunikationsdienste werden inzwischen immer wieder neue Anwendungen entwickelt. Die Sprache gehört immer noch zu der effizienteren Art des Messagings, deren Möglichkeiten gerade erst erschlossen werden. Um eine ungefähre Vorstellung davon zu bekommen, wozu selbst die grundsätzliche Sprachkommunikation heute noch fähig ist, sollte man sich das Beispiel Buenos Aires (www.motherboard.vice.com/en_us/article/kbzjzy/everyone-in-buenos-aires-is-communicating-by-voice-memo-now) ansehen. Die Bewohner der Hauptstadt Argentiniens senden deutlich weniger Textnachrichten als in anderen Städten. Stattdessen nutzen diese Menschen untereinander anstatt einer schriftlichen Nachricht oftmals Voice Messaging. Über diese Funktionalität verfügen bereits die meisten Smartphone-Besitzer, aber diese Funktion hat sich bei uns in Europa aus unerfindlichen Gründen noch nicht durchgesetzt.

Fragt man die Argentinier, warum sie das Voice-Messaging gegenüber den klassischen Textnachrichten vorziehen, dann erhält man am häufigsten die Antwort: "Weil ich zu faul zum Schreiben von Textnachrichten bin!" Mit anderen Worten, für die Argentinier ist die Kommunikation über die Aufzeichnung von Sprache wesentlich effizienter als der Chat per manueller Texteingabe.

Früher oder später findet jeder neue Kommunikationskanal vom Endnutzer ihren unweigerlichen Weg in die Unternehmen. Der klassische textbasierte Chat ist heute aus dem Arbeitsalltag kaum mehr wegzudenken. Von der Nutzung von Sprachnotizen im Unternehmen würde die ständig gestressten Mitarbeiter profitieren, denn diese Anwendung lässt sich ohne teure Investitionen in neue Software oder Hardware realisieren.

Kommunikation mit Maschinen

Gespräche müssen jedoch nicht ausschließlich mit anderen Menschen geführt werden. Die Sprachverarbeitung spielt eine wichtige Rolle bei den Innovationen im Bereich der künstlichen Intelligenz. Eine Vielzahl von Unternehmen experimentiert inzwischen mit der Interaktion zwischen Menschen und Maschinen. Das Unternehmen SiSense (www.sisense.com) nutzt bereits die künstliche Intelligenz (KI) als schnellen und preiswerteren Ersatz für Business Analysten. Momentan wird die Sprache in Kombination mit KI und der Datenanalyse-Software verwendet. Durch die Verknüpfung der Software mit der digitalen Intelligenz ermöglicht Sisense den Nutzern, schneller die notwendigen Daten über ihr Geschäftsumfeld bzw. der jeweiligen Branche abzurufen, ohne die gewünschten Fragen zuerst manuell eingeben zu müssen. Einfache Sprachbefehle ersparen den Nutzern das Die Texteingabe bzw. das manuelle Durchsuchen von Datensätzen und sorgen somit für einen einfacheren Zugriff auf die gewünschten Ergebnisse.

Sprachbefehle lassen sich schneller eingeben und im Gegensatz zur manuellen Eingabe von Befehlen, muss der Anwender dazu nicht auf einen Bildschirm schauen. Viele Anwender interagieren bereits täglich - ohne es zu wissen - mit einer Art KI-Sprachanwendung. Die automatisierten Telefonmenüs (auch bekannt als IVR) basieren auf dieser Technologie und sparen den Unternehmen viele Betriebskosten ein, indem dem Anrufer eine Sprachschnittstelle zu der Maschine bereitgestellt wird, die den Nutzer zu seinem gewünschten Ziel geleitet.

Fazit

In Zukunft werden weiter die Grenzen der Sprachtechnologie abgerissen und die Sprachkommunikation in weitere Unternehmensanwendungen integriert. Die Unternehmen werden in Kombination mit der künstlichen Intelligenz neue Anwendungen kreieren, die den Weg für eine agilere Arbeitsweise ebnet und die Maschinen und Menschen nahtlos miteinander verbindet. +