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22.10.2017

Aktuelle Wolkenkunde von Actifio

Cloud Computing verändert die die Denkweise hinsichtlich Speicher-, Rechen- und Netzwerkressourcen grundlegend. Mit dieser Entwicklung gehen neue Herausforderungen einher. Cloud Computing macht es notwendig, vollständig zu überdenken, wie IT heute umgesetzt wird. Besonders problematisch ist es oft, wenn ältere Anwendungen auf die Cloud-Infrastruktur migriert werden sollen.

Mathias Hein

Für viele Unternehmen beginnt die Reise in die Cloud mit einem Gespräch mit einem Experten, der über umfangreiches Wissen zu bestehenden IT-Technologien und natürlich umfassende Cloud-Expertise verfügt. Dieses Wissen sollte über die Technologie hinausgehen und auch branchenspezifisches Know-how beinhalten. 

Die typischen Herausforderungen bei Cloud-Projekten hat Actifio in sechs Fragen zusammengefasst, die Projektverantwortliche dem Cloud-Berater stellen sollten:

  1. Wie lassen sich bestehenden Systeme mit der Cloud integrieren? Wird es eine nahtlose Kommunikation zwischen den Rechenzentren und der Cloud geben?

Viele Cloud-Initiativen drehen sich um neue Anwendungen, aber herkömmliche Anwendungen sollten nicht übersehen werden. So wie die Cloud viele Anwendungen der nächsten Generation unterstützen kann, kann sie auch traditionelle Umgebungen bedienen. Allerdings sind nicht alle Anwendungen gleichermaßen kostengünstig in der Cloud zu betreiben und der Berater sollte hierbei die richtigen Empfehlungen geben.

  1. Welche analytischen Fähigkeiten können erreicht werden?

Wenn Daten in die Cloud wandern, gilt es zu verstehen, wie die Sichtbarkeit der Daten beibehalten werden kann und welche Analysemöglichkeiten gegeben sind. Der Kunde will den Grund wissen, wenn sich bestimmte Zahlen verändern. Cloud-Anbieter bieten ein grundlegendes Reporting, aber es ist oft vorteilhaft, eine Drittlösung im Einsatz zu haben.

  1. Wie wird die Sicherheit verwaltet? Gibt es Sicherheitsgarantien?

Sicherheit ist eine grundlegende Herausforderung in der gesamten IT – und Daten in der Cloud machen da keine Ausnahme. In vielen Branchen gelten zudem strenge Sicherheitsanforderungen, die eine Cloud-Nutzung erschweren oder gar nicht erst erlauben. Der Cloud-Berater sollte auf bewährte Sicherheitspraktiken sowohl für die Cloud im Allgemeinen als auch auf branchenspezifische Details eingehen. Dabei geht es auch um die geeigneten Sicherheits-Tools, die Erkennung eines sicherheitsrelevanten Vorfalls und die angemessene Reaktion darauf.

  1. Wo kann an auf die Daten zugreifen? Wo liegen die Rechenzentren des Anbieters und wie sehen deren Gesetze zur Cloud-Speicherung aus?

Datensouveränität ist ein großes Thema in diesen Tagen – und leider können verschiedene Länder sehr unterschiedliche Gesetze haben. Haben Unternehmen mit Kunden in nur einem Land zu tun, ist dies etwas einfacher, aber sie müssen dennoch entscheiden, in welchen Cloud-Rechenzentren ihre Daten sich befinden sollten. Zum Beispiel betreibt Amazon in Europa drei Standorte mit insgesamt acht Verfügbarkeitszonen.

Wenn mit Daten hantiert wird, die aus verschiedenen Ländern stammen, dann gilt es vorsichtig zu sein und sicherzustellen, dass die Datenverlagerung den jeweiligen nationalen Vorschriften entspricht. So sieht die EU-Datenschutzrichtlinie vor, dass "personenbezogene Daten nur dann in Länder außerhalb der EU und des EWR übertragen werden können, wenn ein angemessenes Schutzniveau gewährleistet ist." Das Erfordernis eines "angemessenen Schutzniveaus" kann deutlich abweichen von den Richtlinien und Verfahren, die ein Unternehmen bereits einhält. Damit könnte die Übertragung von Informationen zwischen der EU und einem anderen Land gegen dieses Gesetz verstoßen.

Bei Fragen zur Datensouveränität ist die Zusammenarbeit mit einem Experten ebenso ratsam. Dieser kann die Datenschutzrichtlinien und Methoden bewerten und er kann helfen, den gesetzlichen Anforderungen anderer Länder gerecht zu werden.

  1. Welcher Cloud-Betreiber eignet sich am besten für meine Branche und Technologie?

Während alle Cloud-Betreiber einen grundlegenden Serviceumfang (virtuelle Maschinen, Storage und Networking) bieten, gibt es viele Nuancen in Bezug auf individuelle Funktionen und Garantien. Die Wahl des richtigen Cloud-Anbieters erfordert mehr als nur einen Preisvergleich. Ein Kunde aus dem öffentlichen Verwaltungsumfeld beispielsweise benötigt eine Lösung, die den besonders strengen regulatorischen Anforderungen gerecht wird. Ein Unternehmen, dass eine große Oracle-Instanz betreibt, sucht sich den Cloud-Anbieter, der die bestmöglichste und zuverlässigste Oracle-Unterstützung bietet.

Ein etablierter Cloud-Berater verfügt über tiefgehende Kenntnisse in diesem Bereich und kann dem Kunden helfen, schnell zu ermitteln, welche Cloud-Lösung am besten geeignet ist.

  1. Wie sehen die Backup- und Disaster-Recovery-Strategien aus?

Zu ungeplanten Ausfällen aufgrund von Hardwarefehlern, menschlichen oder logischen Fehlern kann es jederzeit kommen – und entscheidend für die Wiederherstellung ist die Datensicherung. Die Nutzung der Cloud bedeutet nicht, auf eine konsistente und zuverlässige Wiederherstellungsstrategie verzichten zu können.

Strategien für die Datensicherung in der Cloud können stark variieren – von Multi-Zonen- bis zu Intra-Zonen-Modellen und von Snapshots bis hin zu Offline-Kopien. Als potenzieller Cloud-Anwender ist es sinnvoll, sich mit der Wahl der richtigen Strategie auseinanderzusetzen. Zum Beispiel können native Cloud-Snapshots eine interessante Option sein, aber was ist, wenn die Daten für Monate oder sogar Jahre vorgehalten werden müssen?

Cloud-Snapshots werden verwaltet und gesteuert über die Cloud-Schnittstelle. Aber was passiert, wenn ein Hacker sich Zugriff verschafft auf die Cloud-Konsole? Dies sind große Herausforderungen. Ein vertrauenswürdiger und kompetenter Berater kann Unternehmen helfen, die Vielfalt der Optionen und die jeweiligen Kompromisse besser zu verstehen.

Neue Möglichkeiten und Herausforderungen

"Die Cloud bietet spannende Möglichkeiten für völlig neue Wege, wie wir IT-Infrastruktur verwalten und betreiben. Mit den neuen Möglichkeiten kommen auch neue Herausforderungen, die sich von den Ansätzen der vor Ort betriebenen IT deutlich unterscheiden", fasst Thorsten Eckert, Sales Director DACH bei Actifio, zusammen. "Ein externer hinzugezogener Cloud-Berater oder – in größeren Unternehmen – die Schaffung einer entsprechenden internen Stelle ist sinnvoll, um diese Herausforderungen leichter meistern zu können." +