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22.10.2017

All-Flash-Markt verändert Anforderungen für Reseller rapide

Pure Storage sieht Bedarf an Automatisierung und Parallelität.

Mathias Hein

Pure Storage hat sich mittlerweile fest unter den Top 5 der All-Flash Speicheranbieter etabliert. Dabei tritt das Unternehmen mit seinen Innovationen gegen ein wesentlich größeres Quartett an: Dell EMC, HPE, IBM und NetApp. Ein Vorteil des Herausforderers: Das Unternehmen hat keine technologischen Altlasten in Form traditioneller Speicherlösungen und war vom ersten Tag an vollkommen auf All-Flash fokussiert. Dieser Ansatz wirkt sich auch auf die Partner, Distributoren und Reseller von Pure Storage aus, mit denen der Hersteller eng verbunden ist, da der Vertrieb zu 100% auf die Partnerlandschaft setzt.

Um auch zukünftig mit Pure Storage und All-Flash Lösungen zu wachsen, gibt Güner Aksoy, Sales Director Central Europe bei Pure Storage, Resellern und IT-Systemhäusern Tipps für die zukünftige Entwicklungen am Storage-Markt:

"Wir raten den Resellern den Fokus auf drei Marktsegmente zu richten. Zum einen der Bereich der Cloudinfrastruktur. Diesen bilden Anbieter von SaaS, Internetdienste für Endnutzer und IaaS-Provider. Der zweite, recht neue Markt, bildet sich aus dem Internet der Dinge, Big Data, Künstliche Intelligenz und Deep Learning. Das dritte Segment ist die traditionelle Unternehmens-IT.

In den ersten zwei Märkten sind unsere Partner vor allem dadurch gut aufgestellt, da die grundlegenden Designs unserer großen Wettbewerbe über 25 Jahre auf dem Buckel haben und nicht für Cloud Computing oder Künstliche Intelligenz konzipiert wurden. Das Geschäftsmodell, die Nutzerfreundlichkeit und die Performance spricht hier klar für eine an All-Flash ausgerichtete Struktur. Vor allem die benötigte Parallelität, die in Flash steckt, kann von alten Designs nicht realisiert werden. Uns hingegen gelang es nun, mit unserem Partner Nvidia den Auftrag für eine der ersten Deep Learning AI-Plattformen in unserer Branche zu erhalten. Dort werden zig Gigabyte pro Sekunde bewegt, Millionen an IOPs bewerkstelligt. Ohne die neue Architektur, die wir verfolgen, wäre das nicht machbar.

Aber auch im Bereich der klassischen Unternehmens-IT können Reseller durch All-Flash auf einer neuen Architektur wachsen. Die etablierten Anbieter hingegen schrumpfen überwiegend oder drehen erst langsam in den positiven Bereich. Unsere Partner hingegen können seit Jahren dauerhaft wachsen, und das in erster Linie durch reale Neukunden, die von alten Infrastrukturen auf eine neue, auf All-Flash ausgerichtete Architektur wechseln. Tag für Tag gewinnen unsere Partner echte Neukunden, da diese Architektur für Cloud und AI konzipiert wurde.

Ungeachtet dessen preisen auch die alteingesessenen Storage-Anbieter ihr Lösungen an und behaupten, dass ihre Architekturen und Betriebssysteme dafür entwickelt wurden auch moderne Speichermedien wie beispielsweise Flash mühelos und ohne Abstriche zu integrieren. Allerdings sehen wir dann in der Praxis, dass sie keinen gangbaren Weg haben um 5TB oder 10TB SSDs effizient zu nutzen, da sie in deren Designs wie konventionelle Festplatten laufen. Die Nutzer müssen sämtliche SCSIs, SAS und SATA aus dem Storage nehmen. Und das ist noch der einfache Teil.

Die Hauptaufgabe liegt dann darin die Datenstrukturen und Algorithmen so zu ändern, dass man sehr viele Datenflüsse parallel über ein Device laufen lassen kann. Mit NVMe, auf das wir setzen, sind bis zu 64.000 parallele Queues pro Device möglich. Konventionelle Systeme wurden entwickelt und Parallelität über Devices hinweg zu ermöglichen – aber eben nicht Parallelität innerhalb der Devices. Diesen dramatischen Wechsel werden auch Reseller und Systemhäuser zu spüren bekommen. Dies gilt ebenso für die Cloud-fähigkeit alter Architekturen, den Cloud erfordert 100 Prozent DevOps – alles muss maximal automatisiert sein und die Oberflächen sollten so simpel wie möglich sein. 

Auch wenn davon auszugehen ist, dass viele Storage-Anbieter auf den NVMe-Zug aufspringen werden, so stellt sich doch eine Frage: Wenn sie erklären in Zukunft auf die Technologie umzusteigen, dann fragen sich die Kunden, die zwischen heute und "irgendwann" deren konventionellen Lösungen kaufen, wie es um die Investitionssicherheit bestellt ist. 

Dementgegen können die Kunden unserer Partner sicher sein, dass der Weg hin zu NVMe für sie gesichert ist und keine aufwändigen Neuinvestitionen erfordert. Die Aussicht auf Investitionssicherheit ist für Reseller ein starkes Argument, denn ihre Kunden müssen sich nicht fragen, wie aufwändig und kostenintensiv der Weg hin zu NVMe wird.

Die Zukunft endet aber natürlich nicht bei NVMe. Entwicklungen wie TLC und QLC werden kommen. Und auch hier kommen wir wieder auf den Punkt, wie die Speichermedien angesprochen werden. Die zugrundeliegende Software muss den Speicher direkt ansprechen. Wir sehen heute, dass die großen Player ihre Software noch nicht umgeschrieben haben um damit den Flash-Speicher direkt zu adressieren. Sie managen Flash wie eine herkömmliche Festplatte und haben diesen zentralen Schritt noch nicht gemacht.

Die Partner von Pure Storage hingegen können darauf bauen, dass es wohl nur sehr wenige Unternehmen auf der Welt gibt, die mehr Erfahrung mit Flash haben als wir. Beispiele dafür sind unsere DirectFlash-Module für FlashArrays. Mit FlashBlade haben wir zudem ein Produkt eingeführt, das so am Markt einmalig ist. So ist beispielsweise in einem 4-Einheiten Formfaktor eine Bandbreite von 15 GBs  pro Sekunde möglich. Damit ist die Lösung schneller als so manchen konventionelle Variante, die zwei komplette Racks belegt. Ermöglicht wird das durch die Parallelität, die bei Deep Learning und Predictive Analytics benötigt wird.

Eine Frage, mit der viele Reseller konfrontiert werden, ist die Frage nach dem Einsatz von Flash für Private Clouds und oder Public Clouds. Unsere Partner verkaufen Systeme an SaaS-Provider und Consumer Internet Provider, damit diese ihre eigenen Cloud-Plattformen ausstatten können. Hier sind wir erste Wahl, auch wenn es um Multi-Cloud-Umgebungen geht. Ein klassischer Fall ist beispielsweise ein Kunde, der ein eigenes Data Center vorhält, zugleich aber beispielsweise für Disaster Recovery Daten in die Cloud schieben möchte. Diese und ähnliche Funktionen sind sehr gefragt. Das Hin-und Herschieben von Daten aus der Cloud und die die Cloud – auch basierend auf automatisierten Policys - wie Daten von Container zu Container bewegt werden, aus der Cloud und in die Cloud, all das wird zunehmend verlangt und von uns ermöglicht. Im Gegensatz zu anderen Anbietern können unsere Kunden Daten zwischen Cloud und "on-premise"-verschieben ohne dass dafür extra unsere Software in der Public Cloud ausgeführt werden muss. Die Anwender können so ihren Cloud-Dienst "pur" und unverfälscht nutzen, sei es AWS, Azure oder Google. 

Der von uns eingeschlagene Kurs, den wir mit unseren Partner verfolgen, hat im vergangenen Quartal zu einem Wachstum von 30 Prozent geführt. Unser Ziel ist es, dieses jährliche Wachstum in den kommenden drei Jahren fortzusetzen. Unser Vorstand peilt für das Jahr 2020 einen Umsatz von 2 Milliarden Dollar an.

Zusammen mit unseren Partnern wird dies gelingen wenn wir es weiterhin schaffen, für unsere Kunden den Wert ihrer Daten zu erhöhen. Die großen Entwicklungen, die wir gerade in Sachen Predictive Analytics, Real-Time Analytics und maschinellem Lernen sehen, werden wir begleiten. 

Wir wollen die Fähigkeiten ausbauen wenn es darum geht On-Line Transaction Processing mit Analytics in Echtzeit zu kombinieren. Dies wird Unternehmen helfen ihre Daten schneller, besser und effizienter zu nutzen. Dies bedeutet auch, dass wir mit unseren Partner das Thema "Datenplattform" in den Mittelpunkt stellen wollen, denn "Storage" alleine greift zu kurz. Gerade vor dem Hintergrund des Internet of Things-Trends müssen wir den gesamten Data Lifecycle unter die Lupe nehmen und mit sich schnell  verändernden Datensätzen arbeiten. Alles diese Herausforderungen sind zugleich aber auch große Chancen für engagierte Reseller und Systemhäuser um sich signifikant weiterzuentwickeln." +