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03.09.2017

BI in der Praxis

Von Azure bis Surface Pro: Wie das auf Business Intelligence spezialisierte Unternehmen Linearis Produkte von Microsoft einsetzt.

M. Reisner

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Robert Lochner

Die Linearis GmbH hat sich auf Dienstleistungen im Bereich Business Intelligence spezialisiert. Dabei setzt das Unternehmen auf die Microsoft Plattform.

Geschäftsführer Robert Lochner im Gespräch:

Seit wann gibt es das Unternehmen Linearis und was ist das Hauptgeschäft?

Robert Lochner: Linearis gibt es seit 2011. Wir beraten Unternehmen in Business Intelligence Projekten, bieten Trainings in diesem Bereich und helfen Projekte umzusetzen und BI Standards zu etablieren.

Was sind typische Projekte?

Unsere Kunden haben in der Regel einen ausgeprägten Bedarf im Reporting. Sie benötigen ein System um Daten zusammenzuführen und diese mit BI Tools wie Excel, Power Pivot und Power BI auszuwerten. Unser Schwerpunkt sind also Projekte auf der Microsoft Plattform.

Wir haben Kunden die wir nur beraten, zum Beispiel wie sie Daten modellieren, analysieren und darstellen können. Bei anderen Kunden machen wir hingegen die vollständige Implementierung des BI Systems, von den Schnittstellen über die analytische Aufbereitung bis zu den fertigen Berichten.

Warum haben Sie Linearis gegründet?

Ich hab BWL studiert und das BI Thema, also die Mischung aus Betriebswirtschaft und Technologie, hat mich dann bald in den Bann gezogen. Die Linearis habe ich gegründet um zu zeigen, daß mit Excel und SQL Server vollwertige BI Prozesse realisiert werden können. Nach dem Motto: Nutzen was ohnehin schon da ist.

Aus welcher Branche kommen die Kunden?

Grundsätzlich ist BI nicht branchenbezogen, wir sind also offen für alle Branchen. Dennoch hat sich im Lauf der Jahre ein Schwerpunkt in der Bau- und Anlagenbaubranche sowie im Gesundheits- und Ausbildungsbereich ergeben.

Wie groß ist das Unternehmen, welche Rollen gibt es?

Wir sind ein kleines Team, derzeit sind wir zu dritt. Wir haben zwei Rollen: Die technische, in der auch die Implementierung stattfindet, wenn vom Kunden gewünscht, sowie die beratende Rolle aus betriebswirtschaftlicher Sicht. Aber klar trennen lässt sich das in einem kleinen Team nur selten, deshalb greift das projektweise ineinander.

Wie macht Sie Marketing?

Marketing machen wir über den Blog, Newsletter und Social Media. Die meisten Kunden finden uns mittlerweile über die Linearis Website, auf die sie meistens wiederum über unsere Blogbeiträge gelangen. Den Blog haben wir vor 5 Jahren gestartet, so richtig spürbar ist der Effekt vom Blog aber erst im letztem Jahr geworden. Seit zwei Jahren gibt es zusätzlich wöchentlich Tipps zu BI-Themen auf unseren Social Media Kanälen, der Newsletter fasst dann immer wieder die Themenschwerpunkte kompakt zusammen.

Was sind typische Blogbeiträge?

Der Fokus liegt auf den Controlling Themen. Ich schätze der Großteil der Beiträge sind How To's, es geht viel um Excel, Power Pivot und Power BI. Ein kleinerer Teil der Blogbeiträge dreht sich um die BI Branche, um Veranstaltungen und um die Vorstellung von BI Tools.

Wie schaut eine typische Woche aus?

Ich bin gerne unterwegs. 1-2 Tage in der Woche bin ich bei unseren Kunden in Österreich und Deutschland auf Workshops und Meetings. 1-2 Tage bin ich im sektor5 Co-working Space hier in Wien, stundenweise arbeite ich auch gerne in Cafes. Die restliche Zeit arbeite ich von meinem Büro in Niederösterreich oder erledige organisatorische Termine.

Sie verwenden Surface Pro 4. Wie und was gefällt Ihnen daran?

Ich hab es seit 5 Monaten im Einsatz. Im Vergleich zu meinem vorherigen Gerät, einem klassischen Laptop, bin ich wirklich begeistert. Es ist sehr gelungen, es ist ultramobil und gleichzeitig leistungsstark, was bei meinen Datenanalysen wichtig ist. Die Mobilitätsperspektive mit meinem ständigen Wechsel zwischen verschiedenen Arbeitsorten ist extrem wichtig. Die fliegende Tastatur, die Möglichkeit zwischen Besprechungsbetrieb und Laptop Betrieb zu wechseln, machen das Gerät unschlagbar.

Die Stifteingabe habe ich erst vor kurzem für mich entdeckt und bin begeistert. Ich nutze es jetzt schon intensiv in OneNote für Anwendungsskizzen, Marketingentwürfe und vor allem für meine tägliche To- Do Liste. Für Präsentationen kann ich mir das auch gut vorstellen.

Sie haben auch ein Lumia 950; wie zufrieden sind Sie damit?

Von der Hardware her bin ich sehr zufrieden. Softwaremäßig hoffe ich noch dass die Qualität einiger Apps und vor allem des Syncs verbessert wird. Die Outlook App macht leider oft Probleme, aber das wird sich hoffentlich auch noch bessern.

Wie verwenden Sie OneNote?

Ich verwende OneNote jeden Tag für alles Mögliche, sowohl in der Firma als auch privat. Besonders toll finde ich den Einsatz bei Veranstaltungen, und zwar in der Kombination Surface und Windows Phone. Ich fotografiere oft Slides bei Veranstaltungen in der OneNote App am Handy und füge dann sofort Notizen in OneNote am Surface hinzu. Das funktioniert in einer großartigen Qualität.

Wie verwenden Sie Yammer?

Wir haben uns entschieden, als ersten Schritt die Kommunikation in ausgewählten internen Projekten komplett über Yammer zu führen und dort auf E-Mails komplett zu verzichten. Am Anfang war das natürlich schwer, aber jetzt machen wir das seit über einem Jahr und sind begeistert vom Ergebnis. Die Inhalte lassen sich viel besser strukturieren und bei uns können innerhalb einer Gruppe alle alles lesen, wir brauchen keine Verteiler und keine Weiterleitungen mehr. In Yammer haben wir übrigens auch unsere wichtigsten externen Dienstleister eingebunden.

Auf welche Produkte setzt Linearis bei der Zusammenarbeit?

Surface Pro und Lumia, Office365 für die Mailkommunikation und den Kalender, OneNote für die persönliche Organisation und Wissenssammlung, Yammer für die Kommunikation in internen Projekten, Skype for Business für Online Meetings

Was sind die Vorteile von Surface Pro 4?

Mobilität und Möglichkeit, fließend zwischen Arbeitsstilen wechseln zu können; Rechenpower für Datenanalysen; Stifteingabe für Skizzen und Notizen in OneNote

Für jemanden der sich nicht mit Business Intelligence beschäftigt, wie groß ist die Branche?

Es ist ein Riesenmarkt und es gibt etwa 150 Anbieter, Microsoft ist einer der Leader in diesem Bereich. Unternehmen investieren in Business Intelligence, weil Sie aus ihren Daten Informationen für das Management generieren möchten (und auch müssen). Interessanterweise wird in zahlreichen Studien festgestellt, daß trotz dieses großen Angebots die meisten BI Prozesse in irgendeiner Form über Excel laufen.

Welche Tools verwendet Linearis auf der Microsoft Plattform im BI Bereich?

Unser Fokus liegt darin, bestehende Excel Prozesse zu automatisieren und damit zu vereinfachen. Der bewährte Ansatz ist Excel mit SQL Server zu kombinieren. Seit etwa einem Jahr ist Power BI als neues Thema relevant geworden, die Anfragen werden bei uns jedes Monat mehr. Da findet rasantes Wachstum statt. Das traditionelle Setting aus Excel und SQL Server beginnt sich in Richtung Excel mit Power BI zu verändern.

Was ist der Unterschied zwischen Excel, Power BI, Power Pivot?

Power Pivot ist eine analytische Datenbank direkt in Excel, früher hätte man OLAP-Cube dazu gesagt. PowerBI.com ist ein Cloud Service das Power Pivot mit einer neuen Visualisierungskomponente vereint. Es bietet einen völlig neuen Workflow in der Auswertung den Excel in dieser Form nicht hat. Berichte und Dashboards erstellen und verteilen wird damit sehr leicht möglich. Mobile Apps gibt es zusätzlich, die sind mittlerweile auch extrem gut. Und das alles ready-to-use aus der Steckdose (also aus der Cloud). Power Pivot ist also der gemeinsame Kern zwischen Excel und Power BI. Power Pivot und Power BI machen es einfach möglich auch externe Daten, zum Beispiel aus Google Analytics oder Mailchimp, mit Unternehmensdaten, zum Beispiel aus AX oder SAP, zu verknüpfen. Derzeit gibt es in Power BI rund 50-60 Konnektoren zu 3rd Party Services.

Haben Sie Erfahrungen mit Azure?

Wir sammeln viel Erfahrung mit der Azure Plattform bei der Entwicklung unseres neuen Services flex.mine. Dabei nutzen wir intensiv Azure SQL Datenbanken und die App Services. Mit flex.mine werden Zahlen und Texte aus einem normalen Excel Sheet in Echtzeit in einer Datenbank in der Cloud strukturiert abgelegt. Mit flex.mine lassen sich dezentrale Datensammlungsprozesse, beispielsweise für Forecasts oder die aktuellen IST-Werte, sehr innovativ automatisieren. Diese Daten stehen dann wiederum für die Auswertung in Services wie Power BI als Datenquelle zur Verfügung.

Wie sehen Ihre Zielgruppen die "Cloudifizierung"?

Controller im Finanzbereich haben oft noch Vorbehalte ihre sensiblen Unternehmensdaten in der Cloud zu speichern. HR Abteilungen sind hier interessanterweise schon deutlich offener und kaum Berührungsängste mit der Cloud gibt es in den Sales- und Marketingabteilungen, weil ein Großteil des Marketings und Sales ohnehin bereits digital in der Cloud stattfindet. Zum Beispiel Newsletter und Website samt Analytics und natürlich CRM Systeme. Daher gibt es hier wenig Ängste diese Daten auch in Cloud Services wie Power BI und flex.mine zu nutzen.

Wie hat sich die BI Branche verändert?

Der Startpunkt der Linearis war die Erkenntnis dass viele Unternehmen gescheiterte und oft sehr teure Business Intelligence Projekte hinter sich hatten. Unternehmen hatten schon in der zweiten oder dritten Generation an BI Tools entwickelt und/oder Anbieter mehrmals gewechselt. Dazu sollte immer Excel abgelöst werden – meist mit dem gegenteiligen Effekt.

Unser Zugang war und ist es, Unternehmen dabei zu helfen die bereits vorhandenen Instrumente Excel und SQL Server intensiv zu nutzen bevor in etwas Spezielles investiert wird. Da hat sich aus meiner Sicht sehr viel verändert, die Unternehmen tendieren stärker zu solchen schlanken aber robusten Lösungen und glauben nicht mehr ganz so stark an große IT Projekte mit stark spezialisierter BI Software.

Eine Riesenveränderung bringt jetzt natürlich die Cloudifizierung mit Services wie Power BI. Erstmalig in der Geschichte von BI gibt es implementierungsfreie BI Lösungen mit Schnittstellen und Reports auf Knopfdruck. Dazu angereichert mit Advanced Analytics und Machine Learning Algorithmen. BI kann erstmalig in Service-orientierte-Architekturen als Baustein über APIs integriert werden. Das gab es bis vor kurzem noch nicht massentauglich, hier stehen ganz große Änderungen bevor.

Danke für das Gespräch.

Linearis setzt auf folgende BI-Produkte von Microsoft:

  • Excel 2013/2016: Das Hauptinstrument im Controlling, Linearis macht "Excel zum BI Frontend"
  • Power Pivot: Das Excel Add-In für Datenanalysen
  • Power Query: Das Excel Add-In für Datentransformation (ETL)
  • Power Map: Das Excel Add-In für Geo-Visualisierungen
  • Power BI: Das Cloud BI Service von Microsoft für Dashboarding und mobiles Reporting
  • Azure: Für die Entwicklung der eigenen BI Services
  • SQL Server: Die Datenbank für relationale und analytische Anwendungen
  • Visual Studio Online: Für die agile Organisation von Entwicklungsprojekten
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