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23.10.2017

Verlagerung von Kernanwendungen in die Cloud

Standardisierte Modelle sind beim Verlagern von geschäftskritischen Anwendungen in die Cloud nicht geeignet. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die Virtustream im Juli dieses Jahres bei Forrester Consulting in Auftrag gegeben hat.

Mathias Hein

Die Migration in die Cloud ist erheblich schwieriger als ihre Einführung. Lauren Nelsen, Principal Analyst bei Forrester, äußert in einem Webinar zur Studie ihre Bedenken. "Mega-Cloud-Umgebungen sind nicht für alle Anwendungen optimal konzipiert. Die neuen Apps laufen in den horizontal skalierten Umgebungen einer Micro-Service-basierten Architektur meist gut. Viele herkömmliche Workloads sind jedoch aufgrund ihrer strukturellen Eigenschaften nicht kompatibel zu solchen Plattformen. Der One-Fits-All-Ansatz stellt Unternehmen bei der Migration, vor allem von geschäftskritischen Anwendungen häufig vor die Entscheidung: Kosten oder Performance."

Ein weiteres Ergebnis der Studie, für die rund 500 IT-Entscheidern aus Europa, Nordamerika und Australien – davon rund die Hälfte aus Europa und davon wiederum 75 aus Deutschland – in Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern befragt wurden: Fast die Hälfte der Befragten, die sich derzeit mit der Cloud-Migration beschäftigen, verwendet mehr als eine Cloud-Plattform. Wie die Umfrage zeigt, hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass jede Plattform ihre Stärken und ihre Schwächen bei der jeweiligen App hat. Auch wenn der "One-Fits-All-Ansatz" bei der Cloud-Migration nach wie vor verbreitet ist – die Praxis ist wesentlich komplexer. Die meisten Befragten sprachen sich denn auch für ein "App-by-App-Modell" aus, in das verschiedene Provider eingebunden sind (Multi-Cloud-Strategie).  Nur weniger als ein Drittel der Umfrageteilnehmer verlässt sich bei der Cloud-Migration auf einen einzigen großen Anbieter.

Cloud-Computing-Strategien sind mittlerweile gang und gäbe in den Unternehmen, und auch die Migration von geschäftskritischen Anwendungen in die Cloud nimmt weiter zu. Im Schnitt haben die Unternehmen, die derzeit aktiv in Cloud-Projekte involviert sind, bereits 44 Prozent ihrer Apps in die Cloud verlagert. 2019 sollen es 62 Prozent sein, so die Studie. Fast jedes zweite Unternehmen weltweit (49 Prozent) will seine Ressourcen und Kosten nach oben und unten skalieren können. 53 Prozent migrieren in die Cloud, um Zeit für Kernaufgaben und strategische Projekte freizuschaufeln, und 52 Prozent wollen durch Cloud-Computing die Kosten reduzieren.

Bei der Wahl des Cloud-Providers nannten 62 Prozent der Befragten die Performance als wichtigstes Kriterium, gefolgt von Sicherheitsanforderungen mit 58 Prozent und Compliance-Anforderungen mit 50 Prozent. Neben der Wahl des richtigen Anbieters kommt es zudem darauf an, dass im Anwenderunternehmen genug interne Ressourcen verfügbar sind. In der Umfrage gaben 47 Prozent der IT-Entscheider an, dass bei ihnen mehr als 50 Leute für die Cloud-Migration bereitstehen. Fast jedes zweite Unternehmen investiert mehr als eine Million Euro in Personal und IT, um geschäftskritische Applikationen in die Cloud zu bringen.

Hindernisse bei der Migration geschäftskritischer Anwendungen in die Cloud:

Performance

  • 89 Prozent der Befragten haben bei der Migration schon einmal Performance-Probleme erlebt.
  • 42 Prozent bezeichnen die Latenzzeiten zwischen On- und Off-Premise-Applikationen und die Abhängigkeit von Apps, die nicht in der Cloud liegen, als die zwei größten Herausforderungen in Sachen Performance.
  • Einer der Befragten, Vice President einer weltweit agierenden Geschäftsbank, sagte sogar: "Die Performance entscheidet darüber, ob du einen Kunden unterstützen kannst – oder ob du ihn verlierst."

Kosten

  • Die höchsten Kosten entstehen laut Studie durch das Neuprogrammieren von Apps (41 Prozent) sowie durch Verbindungen zum Rechenzentrum des Kunden und den Kauf von Datenbanklizenzen (jeweils 33 Prozent der Nennungen).
  • Fast alle Unternehmen (89 Prozent) sehen in der Verlagerung von geschäftskritischen Anwendungen in die Cloud einen Kostenfaktor.

IT-Sicherheit

  • 48 Prozent der Befragten bezeichnen das Thema Security als die größte Herausforderung bei Migration in die Cloud.
  • Als größte Sicherheitsherausforderung (42 Prozent der Nennungen) gilt laut Umfrage der Schutz von persönlichen Informationen.

"Die Studie zeigt, wie groß die Unterschiede beim Einsatz von verschiedenen Anwendungen sind. Und sie bestätigt die Strategie von Virtustream, die Cloud so zu konzipieren und zu betreiben, dass alle spezifischen Anforderungen bei der Migration von geschäftskritischen Applikationen berücksichtigt werden," sagte Simon Walsh, COO (Chief Operating Officer) von Virtustream. "Mit diesem Ansatz hat sich das Vorhaben für den Kunden schnell amortisiert – ohne Einbußen bei der IT-Sicherheit, der Anwendungsleistung und der Kosteneffizienz." +