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03.11.2017

Daten sichern oder nicht sichern

Die Daten kennen die Antwort:

Die Daten, die in einem Unternehmen gesichert werden, hängen davon ab, welche Key Performance Indicator (KPI) bzw. Leistungskennzahl für die Leistungsbewertung angelegt wird. Daher müssen die Daten entsprechend ihres KPIs auch in ein Wiederherstellungskonzept für den Notfall integriert werden.

Mathias Hein

Gemäß einschlägiger Marktprognosen sollen bis zum Jahr 2020 weltweit über 50 Milliarden miteinander vernetzte Geräte etwa 43 Zettabyte an digitalen Daten produzieren. Durch die vielen vernetzten Geräten, die immer wieder von sich aus "nach Hause telefonieren" und dabei viele Details unseres Alltagslebens bzw. Berufslebens über den Äther übermitteln. Aus diesem Grund ist es auch nicht verwunderlich, dass die Rechenzentren aus allen Nähten platzen. Aber müssen Unternehmen alle anfallenden Daten auch absichern? Muss jedes Gespräch, jeder Chat, jede Notiz von unserer Disaster Recovery-Strategie (DR) abgesichert werden?

Aus der Vergangenheit weiß ich, dass mein ehemaliger Datenbankadministrator nur die neue Anwendungen oder die von einem Benutzer als kritische Informationen gemeldete Datensatze in seine DR-Strategie integrierte.

Wir beantworteten immer die folgenden Fragen:

  • Wie wichtig sind diese Daten für unser Unternehmen?
  • Wie wichtig sind diese Daten für unsere Kunden, um mit uns Geschäfte zu machen?

Wenn entweder das Geschäft oder unsere Kunden für eine bestimmte Zeit ohne die Verfügbarkeit dieser Daten leiden würden, wurde diese Daten als wichtige Geschäftsdaten klassifiziert und in die erste Stufe unseres Absicherungsplans aufgenommen. An dieser simplen Logik hat sich eigentlich bis heute nichts geändert: Die Administratoren sichern immer noch alles, was für die Geschäftsabwicklung notwendig ist, und erleichtern damit gleichzeitig die Beziehung zu den Kunden. Aber welche Daten werden heute absichert wie oft werden diese Informationen gesichert? Die anfallenden Daten sollten diese Frage von sich aus beantworten.

Sowohl IT- als auch Nicht-IT-Unternehmen tauchen inzwischen immer tiefer in die Analyse ihrer jeweiligen Geschäftsabläufe ein. Dadurch wird für die Unternehmen die Erhebung und Sicherung historischer Daten zwingend erforderlich. Erst auf Basis dieser Daten lässt sich die Zukunft planen. Daher bedeutet die Sicherung der Analysedaten auch zwangsläufig, dass die Unternehmen ihre DR-Strategien überdenken müssen.

Daten werden zu wertvollen Vermögenswerten

Laut einem kürzlich veröffentlichten Bericht von Gartner mit dem Titel "2017 CEO Survey: CIOs Must Scale Up Digital Business" (https://www.gartner.com/doc/3645407/-ceo-survey-cios-scale) sind Daten zu finanziellen Vermögenswert geworden. Diese sind mindest so wertvoll ist wie traditionelle finanzielle Vermögenswerte. Mit anderen Worten: Unsere Daten sind unser Kapital. Um festzulegen, welche Daten wir behalten und absichern wollen, müssen wir erkennen, welche Key Performance Indikatoren (KPIs) für die Leistungsbeurteilung unseres Unternehmens wichtig sind.

Das Geheimnis dieses Wissens liegt darin, dass das Unternehmen erkennt, welche Werte für die eigene Firma oder für deren Kunden in jedem einzelnen Datenelement steckt. Je besser man die Geschäftsabläufe des eigenen Unternehmens versteht, desto leichter können die notwendigen Informationen (zur Verfolgung der Prozesse und der Änderungen) ausfindig gemacht werden. Je besser man seine Kunden versteht, desto einfacher wird es, diejenigen Daten zu lokalisieren, die dazu beitragen, die Kosten zu senken und gleichzeitig den Gewinn zu steigern.

Fazit

Sobald wir wissen, welche Leistungskennzahlen entscheidend für das Verständnis der Unternehmensprozesse sind, ist die Identifizierung der Daten, aus denen diese KPIs abgeleitet werden, der nächste Schritt. Die Absicherung aller nicht mit diesen KPIs zusammenhängenden Daten ist eine Ressourcenverschwendung. Erst wenn man die zu speichernden Daten kennt, kann eine individuelle DR-Strategie geplant werden, die dafür sorgt, dass die wichtigen Daten gesichert und wiederhergestellt werden können. +