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07.12.2017

Keine Geschäfte mit Unternehmen mit Datenschutzverletzungen

Laut einer im Auftrag von Gemalto durchgeführten Umfrage unter mehr als 10.000 Endusern weltweit würde die Mehrheit (70 Prozent) keine weiteren Geschäfte mit einer Organisation tätigen, wenn bei dieser eine Datenschutzverletzung bekannt würde. Darüber hinaus glauben sieben von zehn Verbrauchern (69 Prozent), dass Firmen die Sicherheit von Kundendaten nicht sehr ernst nehmen.

Mathias Hein

Die Mehrheit der Verbraucher würde nach Datenschutzvorfall keine Geschäfte mit dem verantwortlichen Unternehmen tätigen; zudem glaubt sie, dass Firmen die Sicherheit von Kundendaten nicht sehr ernst nehmen. Trotz dieser Bedenken kam die Gemalto-Studie zu der Erkenntnis, dass die Verbraucher sich nicht ausreichend absichern, da mehr als die Hälfte (56 Prozent) immer noch dasselbe Passwort für mehrere Online-Konten verwendet. Selbst wenn Unternehmen robuste Sicherheitslösungen wie die Zwei-Faktor-Authentifizierung anbieten, geben zwei Fünftel (41 Prozent) der User zu, die Technologie nicht für die Sicherung von Konten in den sozialen Netzwerken zu verwenden, so dass sie dort anfällig für Datenschutzverletzungen sind.

Ein großer Teil der Anwender (62 Prozent) ist der Meinung, dass die Unternehmen die Verantwortung für die Sicherheit der Daten tragen sollten. Dies verpflichtet Organisationen, zusätzliche Maßnahmen zum Schutz der Verbraucher und zur Durchsetzung robuster Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen. Außerdem müssen die Verbraucher über die Vorteile einer Einführung dieser Maßnahmen aufgeklärt werden. Einzelhandelsunternehmen (61 Prozent), Banken (59 Prozent) und soziale Netzwerken (58 Prozent) haben also noch viel Arbeit vor sich, da es sich dabei um Branchen handelt, bei denen die Verbraucher den Anbieter wechseln würden, wenn sie Opfer einer Datenpanne wären.

"Die Verbraucher geben offenbar gerne die Verantwortung für den Schutz ihrer Daten an ein Unternehmen ab, erwarten aber, dass diese ohne jeglichen Aufwand sicher aufbewahrt werden", sagt Jason Hart, CTO im Bereich Identity and Data Protection bei Gemalto. "Angesichts kommender Rechtsanpassungen, wie zum Beispiel der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union, ist es Aufgabe der Unternehmen, den Usern die richtigen Sicherheitsmechanismen vorzugeben, um die Datensicherheit zu gewährleisten. Es genügt nicht mehr, diese Lösungen als Option anzubieten. Diese Protokolle müssen von Anfang an obligatorisch sein – ansonsten drohen den Unternehmen nicht nur finanzielle Folgen, sondern auch rechtliche Schritte seitens der Verbraucher."

Trotz ihres Verhaltens sind die Sicherheitsbedenken der Verbraucher hoch, da zwei Drittel (67 Prozent) befürchten, dass sie in naher Zukunft Opfer einer Datenschutzverletzung werden. Somit finden die Nutzer, dass die Verantwortung beim Unternehmen liegt – wenn ihre Daten gestohlen würden, würde die Mehrheit (93 Prozent) der Verbraucher rechtliche Schritte gegen die kompromittierte Firma einleiten oder erwägen.

Verbraucher vertrauen einigen Branchen mehr als anderen

Wenn es um die Sektoren geht, denen die Verbraucher am wenigsten vertrauen, glauben mehr als die Hälfte (58 Prozent), dass soziale Netzwerke eine der größten Bedrohungen für ihre Daten darstellen. Währenddessen haben 20 Prozent Angst vor Reise-Websites – besorgniserregend dabei ist, dass 9 Prozent der Befragten der Ansicht ist, dass keine Websites für sie ein Risiko darstellen.

Auf der anderen Seite vertrauen ein Drittel (33 Prozent) der Verbraucher Banken am meisten in Bezug auf ihre persönlichen Daten, obwohl diese häufig zur Zielscheibe auserkoren werden und Opfer von Datenschutzverletzungen sind. Danach folgen branchenzertifizierte Stellen (12 Prozent), Gerätehersteller (11 Prozent) und staatliche Organe (10 Prozent).

Hart sagt weiter: "Es ist erstaunlich, dass Verbraucher ihre eigenen Daten gefährden, indem sie trotz zunehmender Sicherheitsbedenken mögliche Maßnahmen nicht anwenden. Dies führt zu einer alarmierenden Anzahl von Verletzungen – 80 Prozent –, die durch schwache oder zuvor gestohlene Zugangsdaten verursacht werden. Sowohl auf der Geschäfts- als auch auf der Verbraucherseite muss sich bald etwas ändern, ansonsten ist keine Besserung in Sicht."

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